Wie eine Familie nach einem Brand zurück ins Leben findet
Ein Ehepaar und ihre acht Kinder können vorerst nicht in ihr Haus zurück. Trotzdem sind die Pleißaer dankbar - und lachen über eine Frage des jüngsten Sohnes.
VON JOHANNESPOHLANDT
PLEIßA - Wenn Viktor Rosin erzählt, wägt er seine Worte genau ab und überlegt gelegentlich einige Sekunden, bis er fortfährt. Nichts scheint den Pleißaer aus der Ruhe bringen zu können, keine Spur von Emotion ist in seiner Stimme auszumachen. Dabei ist das, was Ro­sin in den vergangenen Wochen er­lebt hat, eine äußerst emotionale Geschichte.
Es ist der Abend des 8. Januar, als der Vater von acht Kindern mit Heimwerken beschäftigt ist. Er sucht gerade Material für den Aus­bau des Dachgeschosses seines Hau­ses an der Pleißenbachstraße zusam­men, als seine in Chemnitz weilen­de Frau anruft: Einer der vier Söhne - insgesamt haben die Rosins acht Kinder im Alter von sechs bis 14 Jah­ren - braucht dringend eine Jacke. Der Vater sucht das Kleidungsstück, wäscht noch schnell einen Fleck he­raus und hält die Jacke kurz zum Trocknen über den Kamin - ein glücklicher Wink des Schicksals, würden wohl die meisten Sachsen sagen. „Eine göttliche Fügung", sagt die 36-jährige Ehefrau Olga. Den Ro­sins ist der Glaube sehr wichtig, sie sind Mitglieder der Chemnitzer Bap­tistengemeinde.
Denn so bemerkt Viktor Rosin, dass sich Qualm aus dem Kamin in der Wohnung ausbreitet. Dann sind zwei Explosionen im Keller zu hö­ren - Spraydosen bersten angesichts von Hitze, wie sich später heraus­stellt. „Da wusste ich, irgendetwas läuft hier schief", sagt der 36-Jährige. Er schlägt sofort Alarm, scheucht die sechs anwesenden Kinder aus dem Haus und bringt sie aus der Ge­fahrenzone. Dann versucht er, mit einem Gartenschlauch, das Feuer einzudämmen, das, inzwischen im Keller des dreistöckigen Hauses aus­gebrochen ist. „Zum Glück war die Feuerwehr schon nach etwa zehn Minuten da", berichtet der Sachbe­arbeiter bei Volkswagen in Zwickau.
Für die Familie beginnt ein Aus­nahmezustand. Viktor Rosin muss mit Verdacht auf Rauchgasvergif­tung eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Die Kinder kommen zu­nächst bei Nachbarn unter. Schnell ist klar, dass die Familie vorerst nicht in ihr Haus zurück kann. Zwar sind Spuren des Brandes, den die Feuerwehrleute schnell löschen konnten, nur im Keller und an der Decke zürn Erdgeschoss zu sehen. Aber Qualm und der Geruch von ge­schmolzenem Isoliermaterial haben sich im ganzen Gebäude ausgebrei­tet. Eine grundhafte Renovierung ist nötig. Möbel, Kleidung und alle an­deren Gegenstände müssen profes­sionell gereinigt werden, damit der Brandgeruch verschwindet.
Die Familie wird für die ersten Ta­ge von Verwandten in Limbach-Oberfrohna aufgenommen. Die Kin­der gehen eine Woche lang nicht zur Schule, um den Schock verarbeiten zu können. Viktor Rosin wird von seinem Arbeitgeber freigestellt, da­mit er alle aufgeworfenen Fragen mit Polizei, Versicherung und Stadt­verwaltung klären kann. Was dann folgt, ist große Solidarität. „Wir ha­ben sehr viel Hilfe erfahren, für die wir uns bedanken möchten", sagt Viktor Rosin. An der Pleißaer Grund­schule und der Pestalozzi-Oberschule, die jeweils drei der Kinder besu­chen, wird Geld gesammelt. Auch beim Weihnachtsbaumbrennen in Pleißa wenige Tage später lassen Nachbarn eine Spendendose herum­gehen. Das Geld können die Rosins gut gebrauchen, um Schulmateriali­en für die Kinder zu ersetzen. Ande­re Spender helfen mit Spielsachen aus. Inzwischen haben die Rosins eine vorübergehende Bleibe gefun­den: eine Fünf-Zimmer-Wohnung an der Georgstraße. Der Verein Pandechaion, der sich um Flüchtlinge in der Stadt kümmert, hat Möbel zur Verfügung gestellt.
Bis das Haus in Pleißa renoviert und wieder bezugsfertig ist, werde es laut der Versicherung mindestens drei Monate dauern, berichtet Vik­tor Rosin. Der Schaden wird auf einen hohen fünfstelligen Betrag ge­schätzt. Was genau den Brand ausge­löst hat, ist unklar. Die Polizei geht nach Angaben eines Sprechers von einem Unfall beim Bedienen der Heizung aus. Diese steht im Keller, wird mit Holz betrieben und ist wie der Kamin mit dem Schornstein ver­bunden. Möglich, dass beim Nachle­gen von Holz etwas herausgefallen ist und andere Gegenstände im Kel­ler entzündet hat. Für Viktor Rosin bleibt die Sache mysteriös, „15 Mi­nuten vorher war ich noch im Keller gewesen, da war alles in Ordnung." Mit einigen Wochen Abstand will er aber nicht mehr grübeln. „Zu­erst hatte ich 1000 Fragen im Kopf. Aber was bringt es, jetzt zu hadern und mich verrückt zu machen? Ich kann es ohnehin nicht ändern." Die Aussage passt zum sachlichen und pragmatischen Auftreten des Fami­lienvaters. Seine Frau ergänzt, dass es aus ihrer Sicht viel schlimmer hätte kommen können. „Für mich ist es ein Wunder, dass alle heil aus dem Haus herausgekommen sind." Und dann zeigt Viktor Rosin doch noch eine Emotion: Er lacht. Näm­lich als er erzählt, was sein jüngster Sohn nach dem Brand zuerst wissen wollte. Die Frage lautete: „Was wird jetzt aus meinem Lego?"
Stadtverwaltung hilft Brandopfern
Können Bewohner nach Bränden nicht in ihr Haus oder ihre Wohnung zurück, bietet die Stadtverwaltung Hilfe an. „Wir haben die Verantwor­tung, dass niemand obdachlos wird", sagt Ordnungsangelegenheiten-Chef Thomas Luderer. Meist würden die Betroffenen von Verwandten aufge­nommen. Gelingt dies nicht, stellt die Stadt eine Wohnung der kommunalen Gebäudegesellschaft GLO oder ein Hotelzimmer zur Verfügung. Dies kommt laut Luderer etwa zweimal pro Jahr vor. Drei Tage lang trägt die Stadt die Kosten, danach wird in Ge­sprächen mit der Versicherung oder dem Vermieter nach einer Lösung ge­sucht.
Die Rosins haben selbst ihre Aus­weichwohnung gefunden. Zuvor hatte die Stadtverwaltung überlegt, ob die zehnköpfige Familie in zwei Wohnun­gen auf einer Etage untergebracht werden kann. Luderer: „Eine so große Familie hatten wir noch nie." (jop) Quelle: „Freie Presse" vom 03.02.2018
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Rührende Unterstützung für Brandopfer
„Ich kann schlecht schlafen - ich höre dann immer noch meinen Vater rufen, dass wir runterkommen sollen, und dann haben wir schon den Qualm gesehen", sagt die zwölfjährige Sabine. Sie erzählt von den Abendstunden des 8. Januar; Da brannte das Wohnhaus der Familie - ein Schwelbrand im Heizungskeller, der zu einer Explosion aufgrund in der Nähe gelagerter Sprühflaschen führte, und sich dann noch auf den Balken in der Decke zum Erdgeschoss ausbreitete. Die zehnköpfige Familie konnte sich glücklicherweise in Sicherheit bringen, verletzt wurde niemand. Vater Viktor wur­de später mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber schnell wieder verlassen. Viktor rief die Kinder zu sich, brachte sie sofort aus dem Haus, verlud sie ins Auto und fuhr es etwas weg vom Haus.
Er trat dann die Kellertür des Hauses ein und versuchte mit Brunnenwasser zu löschen - ver­geblich. Doch nur wenige Minuten später traf die Feuerwehr ein und übernahm die Löscharbeiten. Sogar die Zwischendecke musste aufgehackt werden, damit der brennende Balken gelöscht werden konnte. Das ganze Haus war verqualmt und unbewohnbar. Sabine erzählt weiter: „Ich bin dann zurückgerannt, ich hatte Angst um meinen Vati, aber alles war in Ordnung und dann hat uns unsere Nachbarin mit zu sich genommen. Wir waren ja alle ohne Jacken und Schuhe rausgerannt." Doch mit der Hilfe aus der Nachbarschaft war noch lange nicht Schluss: Während die Kinder kurzfristig von der Schule freigestellt wurden, kümmerten sich Eltern, Lehrer und Klassenkameraden um eine Hilfsaktion. In der Pleißaer Grundschule sammelten alle Spenden ein, auch beim Weihnachtsbaumverbrennen der Ortswehr stellten Nachbarn eine Spendenbox für die Familie auf. „Insgesamt 685 Euro konnte ich der Familie im Namen der Pleißaer Bürger übergeben", berichtet Michael Nessmann, Ortsvorsteher von Pleißa. Auch in der Pestalozzischule waren die Eltern und Mitschüler besorgt, so dass die Klasse 6b, die Sabine besucht, zusammenlegte: „Die Schüler und Eltern wollten helfen, also hat der Elternsprecher einen Brief an die anderen verfasst und um Spenden gebeten. Wir hatten mit etwa zwei Euro pro Schüler gerechnet, was herauskam, war viel mehr", freut sich Klassenlehrer Andreas Kramarczyk über die Hilfsbereitschaft.
Die Familie konnte vorerst bei Angehörigen unterkommen, mittler­weile haben sie eine Übergangswohnung im Stadtgebiet gefunden. Dort bleiben sie so lange, bis das Haus wieder bewohnbar ist. Viele Dinge müssen geklärt werden, auch mit der Versicherung. Die Reinigung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Aber alle sind Gott dankbar und glücklich darüber, dass sie wohlauf sind und niemand ernstere Schäden davongetragen hat. Besonders am Herzen liegt es der Familie, ein großes Dankeschön an alle Helfer und Unterstützer zu richten: „Wir sind unendlich dankbar, dass uns so viele Menschen finanziell unterstützt und auch tatkräftige Hilfe angeboten haben, vielen Dank an die Eltern und Lehrer der Grundschule Pleißa und der Pestalozzischule, an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die uns Möbel für die zwi­schenzeitliche Nutzung vermittelt haben. Diese wurden vom Verein Pandechaion Herberge e.V. unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ebenso an den Vermieter, der uns die Wohnung übergangsweise vermietet hat, und auch an alle, die uns Gebrauchsgegenstände für den täglichen Bedarf gegeben haben. Das hätten wir nie so erwartet", sagt Viktor Rosin gerührt.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 15.02.2018

 
Die Gesundheit ist das Wichtigste
SORGEN Eisschnellläuferin sucht nach Lösungen
Pleißa.
Im letzten Jahr wurde Emelie Vogelsang zur besten Nachwuchssportlerin von Limbach-Oberfrohna gewählt. Auch in der zurückliegenden Saison konnte die Jugendliche wieder zahlreiche Erfolge erringen: Siege in Inzell und Dresden, Erfolge beim Team-Sprint in Berlin und bei internationaler Konkurrenz in Südtirol. Im Glanz der Medaillen sieht dabei kaum je­mand, dass das junge Mädchen diese Triumphe nicht nur mit ho­hem Einsatz, Ehrgeiz und einem enormen Zeitaufwand stemmt. Ne­ben ihren schulischen und sportli­chen Verpflichtungen hatte sie vor allem in den letzten Monaten auch zahlreiche Arztbesuche auf dem Programm. „Neben Komplikatio­nen mit der Achillessehne hatte sie auch Rückenschmerzen", gab Jo­chen Bonitz bekannt. „Um Zeit zu sparen waren wir bei einem priva­ten Orthopäden, auch die zehn Wochen dauernde Physiotherapie haben wir selbst finanziert." Laut Emelies Großvater ist eine sportme­dizinische Betreuung bei Nach­wuchs-Athleten „Fehlanzeige" -unabhängig von den Leistungen. Im Februar kam noch die Influenza dazu. Anfang März konnte sich die Sportlerin bei der inoffiziellen Ju­gend-EM mit einem vierten Platz für all die Mühe entschädigen. abu
Quelle:"BLICK" vom 24.03.2018
melie Vogelsang
Schüler gestalten Ausstellung
Was entsteht, wenn Kinder und Jugendliche sich künstlerisch mit Limbach-Oberfrohna beschäftigen? Das Ergebnis ist derzeit im Rathaus (Haus A) zu sehen. Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, der Pestalozzi- sowie der Gerhart-Hauptmann-Oberschule haben für die Aus­stellung „Meine Heimat - meine Stadt" Fotocollagen mit Motiven aus dem Stadtbild gestaltet. Den ersten Preis errangen die Siebtklässlerinnen Julia Gehlert (Pleißa), Selina Wurst und Nora Barthold (von links) vom Gymna­sium mit ihrem Gemeinschaftswerk (Foto links), auf dem unter ande­rem die Parkschänke zu sehen ist. Die Schau wird noch mehrere Monate zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung gezeigt.
FOTO: ANDREAS SEIDEL / FP 24.04.2018
 
Sieger des Schülerwettbewerbs ermittelt
Ausstellung „Meine Heimat - meine Stadt" in der Stadtverwaltung zu sehen
Auch in diesem Jahr wurde wieder der Schülerwettbewerb „Meine Heimat - meine Stadt" ausgetragen. Seit 2005 setzen sich hierfür Siebtklässler im Kunstunterricht mit ihrer Heimatstadt auseinander. In diesem Jahr waren erstmals Fotocollagen gefordert. Verschie­denste kreative Varianten ließen sich dabei die jungen Künstler einfallen, die nun im Rathaus ausgestellt sind. „Wir sehen hier die Beziehung und Sichtweise Jugendlicher zu ihrer Heimatstadt. Der Wettbewerb unterstützt dabei die Heranwachsenden auch, sich mit L.-O. auseinanderzusetzen und zu befassen", sagte Oberbürgermei­ster Dr. Jesko Vogel zur Ausstellungseröffnung und Preisverleihung am 12. April..
Folgende Schüler wurden prämiert:
1. Platz Mora Barthold, Julia Gehlert, Selina Wurst, Charlotte Rühlig
Preisgeld: 100 Euro sowie 100 Euro für die Klassenkasse der 7a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums
2. Platz Marie-Louise Ganß
Preisgeld: 50 Euro sowie 50 Euro für die Klassenkasse der 7c des Albert- Schweitzer-Gymnasiums
3. Platz Marius Pfüller, Maik Schäfer
Preisgeld: 40 Euro sowie 40 Euro für die Klassenkasse der 7a der Pestalozzischule
Die Ausstellung ist im Rathaus, Haus A, l. OG zu den Öffnungs­zeiten der allgemeinen Verwaltung (Seite 2) zu besichtigen.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 09. Mai 2018
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