Fahndung: Flüchtiger schreibt an Polizei
Der seit mehr als einer Woche gesuchte Hardy Georgi hat sich per E-Mail an die Ermittler gewandt. Trotzdem kommen sie ihm nicht auf die Spur. Aus Sicht der Beamten ist er weiterhin mit einer Waffe auf der Flucht.
-VON MANDY FISCHER-

Seit acht Tagen wird der 29-jährige Hardy Georgi von der Polizei ge­sucht - mit einem Großaufgebot in Hartmannsdorf, wo er zuhause ist, in Limbach-Oberfrohna, wo seine ehemalige Partnerin wohnt, und in Chemnitz, wo in der Innenstadt sein Auto sichergestellt wurde. Der Mann soll nach Darstellung der Poli­zei nach einem Streit mit seiner Ex-Freundin ihr gedroht haben und ist seitdem untergetaucht. Da im Waffenschrank des Schützenvereins, in dem er Vorsitzender ist, eine Waffe fehle, gehen die Ermittler davon aus, dass Hardy Georgi bewaffnet ist.
Während sämtliche Suchaktio­nen bislang im Sande verliefen, hat die Polizei am Sonntag überra­schend darüber informiert, dass sie mit dem Flüchtigen in Kontakt steht. Dabei seien nicht die Beamten ihm auf die Spur gekommen, son­dern er habe sich per E-Mail bei ihnen gemeldet. Dem Vernehmen nach gab es inzwischen mehrere E-Mail-Kontakte von beiden Seiten. Die Polizeidirektion Chemnitz habe dafür Experten hinzugezogen. De­tails aus dem Schriftverkehr gibt sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.
Ziel sei es, einen persönlichen Kontakt herzustellen, sodass sich der Hartmannsdorfer zur Sachlage selbst äußern kann. Bislang ist er auf den Vorschlag nicht eingegangen. Offenbar kann die Polizei auch nicht nachverfolgen, von wo aus Hardy Georgi agiert, denn: „Wir wissen nicht, wo er ist", so ein Sprecher am Abend. In der Nacht zu Mittwoch hieß es noch, er halte sich außerhalb von Sachsen auf. Inzwischen gebe es keinerlei Indizien auf seinen Auf­enthaltsort. Er könne auch in Chem­nitz sein.
So ist es, sagt der Flüchtige selbst - er hat am Wochenende die Öffentlichkeit gesucht. Laut Polizei kontaktierte er mehrere Medien.
Auch bei der „Freien Presse" ging eine E-Mail mit dem Absender Har­dy Georgi ein, in der seine Sicht auf den Fall erläutert wird. Georgi schreibt, die Vorwürfe gegen ihn sei­en unhaltbar. Er sei unschuldig. Die Nachfrage, weshalb er sich dennoch nicht der Polizei stellt, um zur Auf­klärung beizutragen, ließ er unbe­antwortet. Vielmehr schloss er eine Zusammenarbeit mit der Polizei wortwörtlich aus. Außerdem sei er nicht auf der Flucht, sondern „ein­fach nicht greifbar", schreibt er. Er habe auch nicht vor, dies zu ändern, bestätigt aber, dass er mit dem Landeskriminalamt in Kontakt steht.
In seiner E-Mail an die „Freie Pres­se" erklärt der 29-Jährige, dass er der Bitte der Polizei, sich zu stellen, nicht nachkomme, weil gegen ihn kein Haftbefehl vorliege. Das bestä­tigt die Polizei. Über den Erlass eines Haftbefehles entscheidet nach An­trag der Staatsanwaltschaft das Ge­richt. Offenbar wiegen die Vorwürfe gegen Georgi nicht so schwer, als dass dieser Schritt gerechtfertigt wä­re. Die Polizei, die seit Dienstag mit Foto öffentlich nach Georgi fahndet, spricht nach wie vor davon, dass von dem 29-Jährigen keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht Es stehe momentan der Vorwurf der Bedro­hung und möglicherweise von Waffendiebstahl im Raum.
Nach Angaben des Flüchtigen selbst ist er unbewaffnet unterwegs. Laut seiner Darstellung hat er drei Waffen besessen. Zwei Pistolen sei­en von der Polizei beschlagnahmt, ein Gewehr dem Vater überlassen worden, das dieser in einem Schrank verwahrt habe, zu dem er, Hardy Ge­orgi, keinen Zugang habe.
Wie er sich erklärt, dass dennoch eine Waffe fehlt, diese Frage ließ er unbeantwortet. Die Polizei stellt sei­ne Aussage in Frage: „Wenn er per­sönlich mit uns Kontakt aufneh­men würde und uns sagt, wo die Waffe ist, erst dann können wir si­cher sein, dass er unbewaffnet ist", so ein Sprecher. Er wisse aber nicht, wo die Waffe ist, schreibt Georgi der „Freien Presse".
Seine Mutter hatte berichtet, dass der Sohn wahrscheinlich den elekt­ronischen Code für den Waffenschrank des Schützenvereines, in dem auch die Eltern Mitglied sind, kannte und wohl eine Waffe ent­nommen habe.
Quelle: „Freie Presse" vom 18.06.2018
Pilze suchen ist einfacher ...
Freunde sympathisieren mit Flüchtigem
Nachdem sich der 29-jährige Hardy Georgi bei Medien und Polizei gemeldet hat, wird jetzt über seinen Aufenthalts­standort spekuliert. -VON BETTINA JUNGE-
HARTMANNSDORF - Am Montagnachmittag steht ein Polizeiauto am Ende der Straße in Hartmannsdorf, wo Hardy Georgi wohnt. Unmittel­bar vor seiner Wohnung ist ein zweites Auto zu sehen. Die Fahn­dung der Polizei läuft weiter.
„Allerdings nicht mit einem Großaufgebot", sagt Polizeihauptkommissarin Jana Ulbricht Denn es gebe keine konkreten Anhaltspunk­te, wo sich der 29-Jährige befindet. Außerdem gehe keine Gefahr für die Allgemeinheit von ihm aus. Vorige Woche hatten mehrere Hundert Beamte nach dem Flüchtigen in ei­nem Waldgebiet bei Pleißa, in der In­nenstadt von Limbach-Oberfrohna sowie in Hartmannsdorf gesucht. Bis heute gehen die Ermittler davon aus, dass der junge Mann mit einer Waffe unterwegs ist. Er soll seine 35-jährige Ex-Freundin und ihre Familie bedroht haben. Daraufhin war die Familie aus Pleißa an einen sicheren Ort gebracht worden.
Georgi ist seitdem untergetaucht und hatte sich am Wochenende bei der Polizei und Medien, darunter der „Freien Presse", gemeldet, Er versi­chert: „Ich bin unbewaffnet." Er ver­stecke sich nicht. Aber er sehe auch nicht ein, dass er mit der Polizei zu­sammenarbeiten soll, weil die Beamten nichts zu seiner Sicherheit getan hätten. Er fühle sich durch die Familie seiner Ex-Freundin bedroht. Die Polizei bestätigt, dass Anzeigen von beiden Seiten vorliegen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Georgi bewaffnet ist, weil im Waffenschrank seines Schützenver­eins eine Waffe fehlt. „Also müssen wir unterstellen, dass er diese bei sich trägt", sagt Ulbricht. „Das Beste wäre, er stellt sich und kann die Sachlage erhellen", ergänzt sie. Des­halb verrät sie auch keine Details zum E-Mail-Verkehr mit Georgi. Die Polizei stehe mit ihm in Kontakt, könne aber nicht sagen, wo er sich aufhält. Ob das technisch nicht möglich sei, sagt Ulbricht nicht. Den Kontakt hatte Georgi selbst gesucht, er schrieb die erste E-Mail.
Computerexperten verweisen darauf, dass sich sehr einfach ver­schleiern lässt, von welchem Stand­ort aus sich jemand ins Internet einwählt oder eine E-Mail verschickt. „Mit einer Anonymisierungssoftware oder dem Thor-Browser kann selbst ein ungeübter Internetnutzer verhindern, dass sein Standort er­mittelt wird", sagt ein Experte. Mit einer solchen Software werden die versendeten und empfangenen Da­tenpakete über mehrere Zwischen­stationen in anderen Ländern umge­leitet und anonymisiert. Eine Rück­verfolgung sei dadurch unmöglich.
Indes haben Freunde und Sympa­thisanten eine. Facebook-Gruppe „Hardy, wir stehen hinter dir" ge­gründet. Auf diesem persönlichen Blog haben sich 181 Personen einge­tragen, 154 von ihnen gefällt die Ini­tiative. Eine Freundin schreibt bei­spielsweise, dass es wichtig sei, dass Hardy Georgi erfährt, wie viele Men­schen hinter ihm stehen. An anderer Stelle ist von Hetzjagd und Panikma­che die Rede. Viele drücken ihre Sympathie mit dem 29-Jährigen aus und hoffen, dass er gesund zu seiner Familie zurückkehrt. Ein Haftbefehl liegt gegen Georgi nicht vor. Dafür wiegen offenbar die Vorwürfe gegen ihn - Bedrohung und möglicherweise Waffendiebstahl nicht schwer genug.
Quelle: Freie Presse" vom 19.06.2018
Polizei findet Mann nach Großfahndung
-VON BETTINA JUNGE-
Nach einem 29-Jährigen aus Hartmannsdorf hatten Hunderte Beamte seit Juni gesucht, weil er seine Ex-Freundin bedroht ha­ben soll. Eine Festnahme verhinderte ein Richter.
Die Polizei hat einen seit Juni ge­suchten 29-Jährigen aus Hart­mannsdorf gefunden. Nach einem Familienstreit hatte die Polizei tage­lang nach dem mutmaßlich Bewaff­neten gesucht. Er wurde am Don­nerstagmorgen in einem Hotelzim­mer in Frankfurt am Main festgestellt, wie die Polizei am Abend mit­teilte. Eine Waffe fanden die Beam­ten nicht bei ihm. Beamte der Chemnitzer Kriminalpolizei vernahmen ihn. Bei der Durchsuchung des Ho­telzimmers fanden sie keine Schuss­waffe.
„Wir hatten einen Hinweis erhal­ten, dass sich der Mann im Hotel be­findet", sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Daraufhin seien vier Beamte aus Chemnitz nach Frank­furt gefahren. Einen Antrag der Poli­zei, den Mann langer in Gewahrsam zu behalten, lehnte der örtlich zu­ständige Richter allerdings ab. Der 29-Jährige musste daraufhin auf frei­en Fuß gesetzt werden.
(Fasse wer es fassen kann…-Anm. d. Red.)
Nachdem der Hartmannsdorfer mit der Familie seiner Ex-Freundin aus Limbach-Oberfrohna in Streit geraten war, hatte die Polizei Mitte Juni intensiv und öffentlich nach ihm gefahndet. Dabei war ein Groß­aufgebot unter anderem in Chemnitz unterwegs. Mehrere Hundert Beamte suchten auch in Hart­mannsdorf und in einem Waldstück bei Pleißa nach ihm. Besondere Auf­merksamkeit erregte ein Einsatz in der Nacht in der Innenstadt von Limbach-Oberfrohna, als Spezialkräfte das größtenteils leer stehende Postgebäude durchkämmten.
Die Familie der Ex-Freundin war zunächst an einen sicheren Ort ge­bracht worden. Inzwischen ist sie nach Angaben der Polizei in ihr Haus nach Limbach-Oberfrohna zu­rückgekehrt. Auch die beiden Kin­der der Ex-Freundin besuchen wie­der die Kita. Weitere Vorsichtsmaß­nahmen seien nicht mehr notwen­dig, hieß es.
Die Polizei war damals davon ausgegangen, dass das Mitglied ei­nes Schützenvereins bewaffnet sein könnte. Die Vorwürfe hatte der Ge­suchte gegenüber „Freie Presse" zu­rückgewiesen. Anhaltspunkte, dass von ihm Gefahr für die Öffentlich­keit ausging, gab es laut Polizei zu keinem Zeitpunkt. Die Staatsan­waltschaft Chemnitz hatte mitge­teilt, dass keine Voraussetzungen für einen Haftbefehl bestehen. Ob der 29-Jährige wieder zurück in die Hei­mat kommt, konnte die Polizeispre­cherin nicht sagen. Die Ermittlun­gen dauerten an. Nach wie vor kont­rolliere die Polizei das Wohnhaus der Familie der Ex-Freundin in Limbach-Oberfrohna. Auch am Wohn­sitz des 29-Jährigen und seiner El­tern in Hartmannsdorf fänden regel­mäßig Kontrollen statt, (mit jop)
Quelle: „Freie Presse" vom 20/21.07.2018           Mehr (Fragen als Antworten) finden Sie >Hier<
 
Nach Bedrohung und Flucht - Mann jetzt im Gefängnis
Wochenlang suchte die Po­lizei nach ihm. Als sie ihn hatte, war er schnell wie­der frei. Für einen Haftbe­fehl reichten die Vorwürfe nicht, hieß es. An seinem 30. Geburtstag klickten die Handschellen nun doch. -VON MANDY FISCHER-
Selten hat ein Beziehungsstreit einen Polizeieinsatz in diesem Aus­maß ausgelöst: Im Juni soll ein da­mals 29-Jähriger seine Ex-Freundin sowie ihre Familie bedroht haben und danach geflüchtet sein. Die Polizei ging davon aus, dass das Mitglied eines Schützenvereins bewaffnet ist. Hunderte Beamte suchten nach dem Mann in Chemnitz, in einem Wald­gebiet bei Pleißa, in der Innenstadt von Limbach-Oberfrohna sowie in Hartmannsdorf. Gestellt wurde er schließlich nach einem Hinweis in einem Hotel in Frankfurt/Main.
Doch der Erleichterung folgte die Ernüchterung: Nach kurzer Befra­gung mussten die Ermittler den Mann ohne Auflagen gehen lassen. Es gab keinen Haftbefehl. Er war von der Staatsanwaltschaft auch nie be­antragt worden. Die zu dieser Zeit bekannten Vorwürfe - Bedrohung und möglicher Verstoß gegen das Waffengesetz - wogen dafür nicht schwer genug, schätzte die Chemnitzer Ermittlungsbehörde zu die­sem Zeitpunkt ein.
Inzwischen liegt das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Zwickau, weil ein Großteil der Taten im dorti­gen Landkreis begangen wurde, so die Begründung, Die Zwickauer Be­hörde hat die Tatvorwürfe teils an­ders bewertet als die Kollegen in Chemnitz und Haftbefehl beantragt, den die zuständige Amtsrichterin sofort erließ. An seinem 30. Geburts­tag Anfang August ist der Mann fest­genommen worden. Seither sitzt er in Zwickau in Untersuchungshaft.
Eine Vielzahl von Verfahren wur­de gebündelt, die alle auf den Bezie­hungsstreit zurückzuführen seien, sagt Ines Leonhardt, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau. Dem Mann wird vorgeworfen, seiner Ex­-Freundin seit Februar nachgestellt, sie bedroht und Hausfriedensbruch begangen zu haben. Weitere Vorwürfe lauten Sachbeschädigung, versuchte gefährliche Körperverlet­zung, unerlaubtes Führen einer Schusswaffe und Wohnungseinbruchsdiebstahl. An jenem Tag, als der Streit eskalierte, soll der Mann auch in das Haus der bedrohten Fa­milie eingebrochen sein und etwas entwendet haben. Dieser Einbruchs­vorwurf wiege, das mögliche Straf­maß betreffend - mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe -, am schwers­ten, so Leonhardt.
Aufgrund des insgesamt zu er­wartenden Strafmaßes könne von Fluchtgefahr ausgegangen werden. Deshalb und wegen seines bisheri­gen Verhaltens, so Leonhardt, sei der Haftbefehl erlassen worden. Mit einer Anklage sei erst in mehreren Monaten zu rechnen. Solange bleibe der 30-Jährige in Haft. Den Anfang des Dramas sh. >hier< .
Quelle: „Freie Presse" vom 22.08.2018
Neues Spielgerät für Pleißaer Kinder
Seit Ende Mai können sich die Kinder in Pleißa über ein neues Spielgerät auf dem Spielplatz am Dorfteich freuen. Die Mitarbeiter des Bauhofs (Foto) haben dort eine große Federnwippe aufgebaut, die mehrere Kinder gleichzeitig nutzen können. Zudem gibt es einen Rutschenturm,.Schaukel, Wippe und Sandkasten.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 21.06.2018
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