LED-Lampen für Straßen in Pleißa
PLElßA - In Pleißa werden 160 Stra­ßenlampen durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Das haben die Limbach-Oberfrohnaer Stadträte im Technischen Ausschuss beschlos­sen. Der Bauhof wird den Austausch an der Pleißenbachstraße sowie im Wohngebiet Am Rotdorn vorneh­men. Die Stadtverwaltung beziffert die Kosten auf etwa 70.000 Euro. Das Rathaus lässt die Straßenbeleuch­tung nach und nach auf die effizien­tere LED-Technik umstellen. Auf diese Weise wird Strom und somit auch Geld gespart |jop Quelle: „Freie Presse" vom 29.10.2019
STRAßENBELEUCHTUNG
Umrüstung in Pleißa abgeschlossen
PLEIßA - Die Straßenlaternen in Pleißa leuchten jetzt heller als zuvor. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Lampen abgeschlossen wor­den. Die Stadträte hatten im vergan­genen Herbst beschlossen, mehr als 200 Laternen mit der modernen Technik auszustatten, unter ande­rem an der Pleißenbachstraße sowie im Wohngebiet Am Rotdorn. Das Projekt kostete 70.000 Euro, etwa 50.000 Euro davon flössen als För­dermittel. Dank der energieeffizien­ten LED-Leuchten spart die Stadt künftig Stromkosten. |jop Quelle: „Freie Presse" vom 06.06.2020
 
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Mit 82 Jahren Abschied von der Uni
Bislang hat eine Frau aus Pleißa in Jena mit Studierenden und Wissenschaftlern gearbeitet. Jetzt soll mehr Zeit für den Garten sein. --VON STEFFI HOFMANN--
PLEIßA - Dass Frauen und Männer heutzutage über das Rentenalter hi­naus arbeiten, ist nicht ungewöhn­lich. Wenn sie das allerdings auch noch mit 82 Jahren tun, dürfte das schon eher zu den Ausnahmen zäh­len. Doch nun soll für Waltraut Bernhardt doch der Ruhestand kom­men.
„Ich werde meine Arbeit sehr ver­missen", sagt sie und meint damit ih­re Lehrtätigkeit an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Seit dem 1. August 1967 war die Pleißaerin als wissenschaftliche Mitarbeite­rin in der Theologie der Universität tätig. Bis heute hat sie als Lektorin für Hebräisch und Aramäisch die Studierenden und auch manche Wissenschaftler ausgebildet. „Die hebräische Sprache hat mich schon immer fasziniert. Ein Wort kann zum Beispiel vier verschiedene Be­deutungen haben, das gibt den Tex­ten eine besondere Tiefe", erklärt Waltraut Bernhardt.
Nach 61 Jahren endet jetzt aber die Tätigkeit der promovierten Theologin an der Jenaer Universität. Sie hat sich entschieden, keinen Lehrauftrag mehr zu übernehmen. „Ich muss langsam anfangen, mich um meinen Garten zu kümmern", sagt sie und verweist lächelnd auf ihr 4000 Quadratmeter großes Grundstück in Pleißa, das sie ge­meinsam mit ihrer vier Jahre jünge­ren Schwester bewohnt.
Waltraut Bernhardt wurde 1938 geboren, wuchs in Pleißa auf und habe, wie sie sagt, bereits mit 14 fah­ren gewusst, dass sie Pfarrerin wer­den möchte. Nach dem Abitur in Limbach 1957 studierte sie zunächst vier Semester Theologie in Rostock. Nebenbei arbeitete sie bei der Post und der Straßenbahn, um das Studi­um zu finanzieren. 1959 kam sie an die Universität in Jena und legte dort 1963 ihr Examen ab.
Im April 1970 hatte sie ihre Pro­motion in der Tasche. Über Monate hinweg habe sie dafür am Tag und auch manche Nacht in einem sieben Quadratmeter kleinen Zimmer an einer Schreibmaschine gesessen.
Die weit mehr als 240 Seiten ihrer Arbeit musste sie auf eine durch ihre Kammer gespannte Wäscheleine hängen, um nicht den Überblick zu verlieren. „So etwas kann man sich heute, im Zeitalter von Computer und Internet, gar nicht mehr vorstel­len", sagt sie. Das Thema ihrer Dissertation lautete „Die kultur- und re­ligionsgeschichtliche Bedeutung des Qumranfragmentes 5Q 15". Die sogenannten Qumran-Schriftrollen wurden in den 1950er-Jahren in elf Felshöhlen nahe der Ruinenstätte Khirbet Qumran im Westjordan­land entdeckt. Sie umfassen unge­fähr 15.000 Fragmente aus dem anti­ken Judentum. In Bernhardts Qumran-Text geht es um einen Entwurf für das „Neue Jerusalem", der einer hellenistischen Architekturtradition folgt - dem sogenannten hippodamischen Stadtplan.
Doch Bernhardt ist nicht nur eine Koryphäe im wissenschaftlichen Bereich. Vor allem im Umgang mit den Studenten und handwerklich hat die Pleißaerin einige Talente, sa­gen einige Mitstreiter. Von 1965 bis 2003 übernahm sie die Leitung des Theologinnen-Wohnheims in Jena. „Da ging auch immer mal etwas ka­putt. Aber dank meines Vaters der mir erklärte, wie man Dinge repariert, konnte ich stets helfen", be­richtet die 82-Jährige. In Erinnerung geblieben ist ihr da etwa ein explo­dierter Kachelofen im Wohnheim, den sie eigenhändig wieder aufbau­te.
Die Zeit, in der sie stets Umgang mit jungen Menschen hatte, werde ihr sehr fehlen, sagt Bernhardt. Die Jahrzehnte an der Uni haben sie nicht nur „in das kollektive Ge­dächtnis der Fakultät eingeschrie­ben", wie der Jenaer Alttestamentler Professor Uwe Becker bei ihrem Ab­schied sagte. Die Jahrzehnte mit jun­gen Menschen haben Bernhardt vor allem selbst jung und fit gehalten. Doch so ganz verschwinden wird die Universität Jena auch nach der Abgabe ihrer Lehrtätigkeit nicht aus ihrem Leben, sagt die Rentnerin. „Mein Zimmer dort habe ich noch und ich werde auch hin und wieder vorbeischauen", so Bernhardt.
Nun richtet sie ihren Fokus in erster Linie auf ihre Heirnatregion. Als Pastorin habe sie bereits zahlrei­che Sonntagsgottesdienste in der Umgebung zugesagt: „Bis Silvester bin ich ausgebucht." Kritisch sieht die Theologin die derzeitigen Struk­turreformen der Kirche. Die Fusion kleinerer zu großen Gemeinden fin­det sie nicht gut. So etwas mag ihrer Ansicht nach in Großstädten viel­leicht einigermaßen funktionieren. „Aber in kleinen Städten oder auf dem Land keinesfalls, Die Menschen würden sonntags in ihre Kirche ge­hen wollen - und wenn es keinen Gottesdienst in ihrer Kirche gibt, dann gehen sie eben gar nicht", er­läutert Bernhardt. Eine Gemeinde stehe und falle zu großen Teilen auch durch das Wirken des Pfarrers.
Er müsse auf die Menschen zuge­hen, nicht umgekehrt.
Quelle: „Freie Presse" vom 13.08.2020
Waltraut Bernhardt
Sportschütze erneut vor Gericht
Ein 32-Jähriger soll seine Ex-Freundin bedroht ha­ben. Das führte im Juni 2018 zu einem Großeinsatz der Polizei. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt. -VON BETTINA JUNGE-
LIMBACH-OBERFROHNA - Der Fall liegt zwei Jahre zurück und hatte für einen Großeinsatz der Polizei ge­sorgt: Ein Hartmannsdorfer soll sei­ne Ex-Freundin massiv bedroht und ihr unter anderem mit Hilfe eines GPS-Senders am Auto nachgestellt haben. Am Freitag ist das Berufungs­verfahren am Landgericht Zwickau wegen Nachstellung erneut verhan­delt worden. Laut einem Gerichts­sprecher sind drei weitere Termine im September angesetzt.
Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil der Sport­schütze fünfeinhalb Wochen lang vor der Polizei geflohen war. Beamte hatten für die Suche im Sommer 2018 auch ein Waldgebiet bei Limbach-Oberfrohna abgeriegelt, weil vermutet worden war, dass der Mann eine Waffe bei sich trug.
In erster Instanz war der Mann vom Amtsgericht Zwickau zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine frühere Partnerin unter an­derem mit dem Tod bedroht und ihr E-Mail-Konto gehackt haben soll. In zweiter Instanz war er im November 2019 sogar zu dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landgericht sah die Vorwürfe als erwiesen an und verurteilte den heute 32-Jähri­gen unter anderem wegen Nachstel­lung, Wohnungseinbruchdiebstahl mit Waffen, Bedrohung, Vorberei­tung zur Ausspähung von Daten und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz. Das Oberlandesge­richt hatte auf die Revision des An­geklagten das Berufungsurteil teil­weise aufgehoben und das Verfah­ren an das Landgericht Zwickau zu­rückverwiesen. Nach der Revisions­entscheidung vom 25. Mai 2020 sei­en mehrere Tatbestände- zum Ein­bruch in die Wohnung der Familie der Ex-Freundin unstrittig, sagt auf Nachfrage der Gerichtssprecher.
Zur Vorgeschichte: Über viele Jahre waren die Eltern des Ange­klagten aus Hartmannsdorf und die Eltern des Opfers, die Ex-Freundin, aus Limbach-Oberfrohna befreun­det. Nach dem Ende der etwa einjäh­rigen Beziehung hatte sich der An­geklagte getrennt, wollte aber später die Beziehung wieder aufnehmen. Als die Ex-Freundin dies ablehnte, nahm eine Reihe von Straftaten ih­ren Lauf. Der Verschmähte belästig­te die Frau mit zahlreichen SMS-
Nachrichten, drohte, deren beide Kinder überfahren zu lassen. Da­raufhin erstattete die Ex-Freundin Anzeige und die Polizei stellte im April 2018 aus Gründen der Gefah­renabwehr zwei Kurzwaffen und Munition nebst Waffenbesitzkarte sicher. Der 32-Jährige war Mitglied in einem Schützenverein.
Die Situation spitzte sich zu, als der Hartmannsdorfer in der Nacht vom 9. zum 10. Juni 2018 in das Wohnhaus der Eltern seiner Ex­-Freundin einbrach. Er stahl Handy, Ausweise und Geld des Opfers. Es kam zur tätlichen Auseinanderset­zung mit dem Vater der Ex-Freun­din. Dann entwendete der 32-Jährige aus dem verschlossenen Waffenschrank seines Vaters eine Langwaf­fe mit Zieloptik und 150 Schuss Mu­nition, die bis heute nicht aufgefun­den wurde. Für all diese Straftaten wurde er rechtskräftig verurteilt, so fasst der Gerichtssprecher am Frei­tag zusammen.
Neu verhandelt werden jetzt De­tails wie die unberechtigte Nutzung des E-Mail-Kontos der Ex-Freundin. So soll der Angeklagte E-Mail-Adres­sen auf seinen Namen abgeändert haben. Unter Nutzung des E-Mail-Accounts der Ex-Freundin soll er an den Cloud-Speicher ihres Rechtsan­walts gelangt sein. Nun werde die Tat- und Schuldfrage abschließend geklärt, so der Sprecher. Unter ande­rem soll der Angeklagte gegen eine Gewaltschutzanordnung des Amts­gerichts Hohenstein-Ernstthal vom Juni 2018 verstoßen haben, indem er mehrfach verbotenerweise an dem Grundstück der Familie der Ex­-Freundin mit einem Auto vorbei­fuhr. Am Freitag wurde vor allem die Familie der Ex-Freundin als Zeu­gen gehört.
Die Verhandlung wird am 16. September fortgesetzt.
Quelle: „Freie Presse" vom 29.08.2020
 
Sportschütze zu drei Jahren Haft verurteilt
Amtsgericht Zwickau verwirft Berufung und sieht Verdunklungsgefahr
VON BETTINA JUNGE
LIMBACH-OBERFROHNA/ZWICKAU -
Im Berufungsprozess gegen einen 32-jährigen Sportschützen aus Hartmannsdorf, der seine ehemalige Freundin im Juni 2018 mit einer Schusswaffe bedroht haben soll, ist am Mittwoch am Landgericht Zwi­ckau das zweite Urteil gefallen: Der Mann wurde zu drei Jahren Haft ver­urteilt. Damit wurde das erste Urteil vom November 2019 aufgehoben. Damals war er zu dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Oberlandesgericht hatte auf die Revision des Angeklagten hin das Berufungsur­teil teilweise aufgehoben und das Verfahren an das Landgericht Zwi­ckau zurückverwiesen.
Das Landgericht sprach den 32-Jährigen unter anderem des Wohnungseinbruchdiebstahls mit Waffen, Verstoßes gegen das Gewalt­schutzgesetz, vorsätzlichen Führens einer Schusswaffe, einer Datenver­änderung sowie der Vorbereitung zum Ausspähen von Daten schul­dig. Außerdem verurteilte das Ge­richt den Sportschützen, den imma­teriellen Schaden - also Schaden an Körper, Freiheit oder Ehre - zu erset­zen, so ein Gerichtssprecher. Die Be­rufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft seien verworfen worden. Das Gericht habe den Haft­befehl gegen den Angeklagten we­gen Verdunkelungsgefahr aufrecht­erhalten. Nach einer erneuten Be­weisaufnahme war das Landgericht zu der Überzeugung gelangt, dass der Tatvorwurf der Nachstellung und der Bedrohung nicht bewiesen ist.
Der Fall hatte im Juni 2018 im Raum Chemnitz und Limbach-Oberfrohna zu einem Großeinsatz der Polizei geführt, nachdem der Mann in Verdacht stand, mit einem Gewehr in der Region unterwegs zu sein. Über viele Jahre waren die El­tern des Angeklagten aus Hart­mannsdorf und die Eltern des Op­fers - seine Ex-Freundin - aus Limbach-Oberfrohna befreundet. Nach dem Ende der etwa einjährigen Be­ziehung hatte sich der Angeklagte getrennt, wollte aber später die Be­ziehung wieder aufnehmen. Als die Ex-Freundin dies ablehnte, nahm eine Reihe von Straftaten ihren Lauf. Der Verschmähte belästigte die Frau mit zahlreichen SMS-Nachrichten, drohte, deren beide Kinder überfah­ren zu lassen. Daraufhin erstattete die Ex-Freundin Anzeige und die Po­lizei stellte im April 2018 aus Grün­den der Gefahrenabwehr zwei Kurz­waffen und Munition nebst Waffen­besitzkarte sicher. Der Mann war Mitglied in einem Schützenverein.
Quelle: „Freie Presse" vom 05.11.2020
 
Nach dem Gefängnis: Mann muss elektronische Fußfessel tragen
Der heute 32-Jährige aus Limbach-Oberfrohna, der seine Ex-Freundin massiv bedroht hat, ist nach ver­büßter Haftstrafe wieder auf freiem Fuß. Aber er steht unter besonderer Beobachtung. - VON ERIK KIWITTER -
ZWICKAU/LIMBACH-OBERFROHNA - Er hat seine Haftstrafe verbüßt. Der heute 32-jährige Mann aus Limbach-Oberfrohna, der laut einem Ur­teil des Landgerichtes Zwickau im Sommer 2018 seine Ex-Freundin massiv bedroht hat, ist nach „Freie Presse" vorliegenden Informationen seit Ende April wieder auf freiem Fuß. Allerdings soll er seit dem Tag seiner Haftentlassung unter einer besonderen Beobachtung der Polizei stehen. Das hat ein Sprecher der zu­ständigen Polizeidirektion Zwickau auf Nachfrage der „Freien Presse" am. Dienstag bestätigt.
Demnach muss der Mann seit sei­ner Entlassung aus dem Strafvollzug eine Fußfessel tragen. Die Polizei hatte beim Amtsgericht Zwickau ei­nen entsprechenden Antrag auf „Anordnung eines Aufenthaltsver­botes und einer elektronischen Auf­enthaltsüberwachung" gestellt, wie es im Amtsdeutsch heißt. Ein Rich­ter des Amtsgerichts gab dem An­trag statt.
Übersetzt: Der Mann muss eine Fußfessel tragen, obwohl er sei­ne Strafe regulär verbüßt hat.
Der Fall hatte im Jahr 2018 bun­desweit für Aufsehen gesorgt.
In dem Beziehungsstreit soll der Mann seine Ex-Freundin und deren Fami­lie massiv bedroht haben und da­nach geflüchtet sein. Weil die Polizei davon ausging, dass er aufgrund sei­ner Mitgliedschaft in einem Schüt­zenverein bewaffnet ist, fahndeten hunderte Beamte in Chemnitz, in Limbach-Oberfrohna, in einem Waldstück bei Pleißa sowie in Hart­mannsdorf nach ihm. Nach einem Hinweis wurde der Mann schließ­lich in einem Hotel in Frankfurt am Main gestellt
Nach mehreren Prozessen und Revisionen musste der Mann eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verbüßen.
Am 28. Ap­ril wurde er aus der JVA Zwickau entlassen. Laut mehrerer Gutachten geht die Polizei davon aus, dass der Mann für die Ex-Freundin und deren Familie weiterhin eine Gefährdung darstellt. Das hat Polizeisprecher Jan Meinel der „Freien Presse" bestätigt. So wurde dem Mann am Tag seiner Haftentlassung eine Fußfessel ange­legt. „Aus präventiven Gründen", so der Polizeisprecher.
Der Mann darf sich im Umkreis von 500 Metern nicht in bestimm­ten Zonen aufhalten, dazu gehört zum Beispiel das Wohnhaus der Ex-­Freundin. Sollte der Überwachte sich nicht an die Vorgaben halten und dennoch eine der Sperrzonen betreten, beginnt die Fußfessel zu vi­brieren. Dann sei die Polizei, die sofort per GPS -Signal informiert wür­de, in kürzester Zeit vor Ort.
Im Wohnbereich gibt es eine sogenann­te Home-Zone; die die Privatsphäre schützt.
Die Fessel muss der 32-Jährige erst einmal bis Ende Juni am Fuß be­halten. Danach wird die Gefahrenla­ge neu eingeschätzt. Es ist das erste Mal in Sachsen, dass die Polizei für eine Person, die ihre komplette Haft verbüßt hat und von der nach Ein­schätzungen von Gutachtern eine Gefahr für andere ausgeht, eine elek­tronische Überwachung beantragt hat. Die rechtliche Grundlage für die Fußfessel ist laut Sprecher Meinel das 2020 in Kraft getretene sächsi­sche Polizeivollzugsdienstgesetz.

Quelle: „Freie Presse" vom 20.05.2021

 
Wo sich Fremde Bücher schenken
Eine Bibliothek gibt es in Pleißa nicht mehr. Ein Einwohner, der das bedauert,
hat mit Mitstrei­tern für Ersatz gesorgt.
-VON STEFFI HOFMANN-
PLEIßA - In Chemnitz gibt es sie be­reits seit Jahren, zum Beispiel am Kulturkaufhaus Tietz oder in der Schönherrfabrik - sogenannte Bü­cherschränke. Oft werden dazu nicht mehr genutzte Telefonzellen umfunktioniert, um Leseratten schnell und unkompliziert Bücher zürn Mitnehmen anzubieten, aber auch einen Ort zu Abgeben nicht mehr benötigter Exemplare zu schaffen.
In Pleißa wurde kürzlich ein ähn­liches Projekt ins Leben gerufen: Im Rathaus gibt es jetzt eine Bücherschenke. Die Idee dazu hatte Yves Tetzner, Pleißaer Urgestein und In­haber des Schützenhauses. Er könne sich noch gut daran erinnern, dass es in seiner Kindheit im Rathaus in Pleißa eine Bibliothek gab. „Ich habe diese immer gern genutzt und fand es schade, dass es ein solches Ange­bot heute nicht mehr gibt", erzählt der 50-Jährige.
Gemeinsam mit Ortsvorsteher Holger Schmeißer fand er in Nancy Bengelstorff und Christian Wobst weitere Mitstreiter, die beim Einsor­tieren der schon vorhandenen Bü­cher halfen - die meisten Titel stammen aus einer Spende. Die Auswahl reicht von Romanen bis hin zu Sach­büchern wie Koch- oder Reiselitera­tur. Auch für Kinder gebe es passen­den Lesestoff, Die Bücherschenke funktioniert nach demselben Prin­zip wie die schon bekannten Bü­cherschränke in nicht mehr genutz­ten Telefonzellen. „Jeder, der mag, kann ein Buch oder mehrere vorbei­bringen, also Bücher schenken, und sich gleichzeitig auch ein Buch oder mehrere mitnehmen - also Bücher geschenkt bekommen. So entstand auch der Name Bücherschenke", er­klärt Ortsvorsteher Holger Schmeißer. Für all das sei weder eine Mitgliedschaft nötig noch gebe es eine Leihfrist, wann die Bücher zu­rückgebracht oder wie viele abgege­ben werden müssen. „Es ist wie eine kleine Tauschbörse", ergänzt Yves Tetzner. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern möchten Holger Schmeißer und Yves Tetzner die Bü­cherei so oft wie möglich öffnen. Vorerst ist sie im Erdgeschoss des Rathauses Pleißa, Pleißenbachstraße 68A, zu den Sprechzeiten des Orts­vorstehers, dienstags von 16:30 bis 17:30 Uhr, geöffnet. „Mit der Bücherschenke beleben wir das Rathaus und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt des Kulturgutes Buch. Ich finde das in unserer immer digitaler werdenden Zeit sehr wich­tig", sagt Yves Tetzner. „Wir freuen uns natürlich auch weiterhin nicht nur über viele, die die Bücher mit­nehmen, sondern auch über viele Bücherschenker", ergänzt Holger Schmeißer. Bisher lagern ungefähr 500 Exemplare in der neuen Bücherschenke.   
Quelle: „Freie Presse" vom 20.11.2021
Bücherschenke Pleißa
Was Pleißaer in ihrem Ort vermissen
Auf einer Konferenz nannten Einwohner des Ortsteils Wünsche an die Stadtverwaltung. Auch über die Finanzierung wurde gesprochen. -VON STEFFI HOFMANN-
Pleißa - Was macht Pleißa lebens­wert? Was fehlt im Ortsteil? Diese beiden Fragen standen kürzlich im Mittelpunkt der ersten Demokratie­konferenz im Pleißaer Rathaus. Die Demokratiekonferenzen sind ein Angebot der Partnerschaft für De­mokratie Limbach-Oberfrohna in­nerhalb des Bundesprogramms „De­mokratie leben" und sollen Einwoh­ner ermutigen, für das Gemeinwe­sen aktiv zu werden.
Zu der Veranstaltung in Pleißa waren 15 Interessierte der Einla­dung von Stadtverwaltung und Ortsvorsteher Holger Schmeißer ge­folgt. „Es war ein guter Mix aus jün­geren und älteren Bürgern da", resü­mierte Michael Nessmann, Vorsit­zender des Heimatvereins, im Anschluss an die Demokratiekonfe­renz. Junge Eltern wünschten sich demnach einen Treffpunkt für ihre Kinder. Die ältere Generation hätte Lust auf Kunst im öffentlichen Raum und die Belebung des Rathau­ses. Für letzteres wurde mit der Er­öffnung der Bücherschenke im Vor­feld der Demokratiekonferenz ein erster Schritt getan.
Während der gut zweistündigen Veranstaltung informierte Andrea Nitzsche vom federführenden Amt der Partnerschaft für Demokratie in der Stadtverwaltung Limbach-Ober­frohna umfassend über die Förder­möglichkeiten des Bundespro­gramms. In dessen Rahmen hatte zum Beispiel der Heimatverein Plei­ßa schon einmal 250 Euro für eine Kindergarten-Bücherei bekommen, wie Michael Nessmann informierte. Die Teilnehmer der ersten Pleißa­er Demokratiekonferenz wünsch­ten sich eine Fortsetzung. Diese soll es im Frühjahr 2022 geben.
In Wolkenburg fand bereits im Juni eine derartige Konferenz statt -dabei wurde die Idee für das Genera­tionenfest geboren, das im Oktober erstmals über die Bühne ging.   
Quelle: „Freie Presse" vom 23.11.2021
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