Gewerbegebiet: Anwohner fordern Fußweg und Tempo 30
Weitere Unternehmen sollen sich auf einer Fläche von 20 Hektar in Pleißa ansiedeln. Damit sollen nicht nur die Wünsche der Firmen erfüllt werden.
VON BETTINA JUNGE
PLEIßA /LIMBACH-OBERFROHNA
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Trotz eini­ger Bedenken aus den Reihen von SPD und Linken/Grünen hat der Stadtrat von Limbach-Oberfrohna in seiner jüngsten Sitzung die Erwei­terung des Gewerbegebietes Süd in Pleißa beschlossen. Das heißt: Es wurde ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan samt Grünordnung und Umweltbericht für das knapp 20 Hektar große Ge­lände - das sind etwa 28 Fußhallfel­der - beschlossen.
Bedenken wurden dahingehend geäußert, dass es im Vorfeld noch einige Unstimmigkeiten gibt, vor al­lem was den Verlauf der geplanten Stromleitungs-Trasse nahe der Au­tobahn 4 betrifft. Dazu fand auch eine Einwohnerversammlung statt.
„Wir wollen bewusst ein Zeichen setzen", sagte Michael Claus, Fach­bereichsleiter für Stadtentwicklung. Unternehmen sollten wissen, dass die Stadt weiter den Bedarf für Ge­werbeflächen sehe. Es sei eine Grundsatzentscheidung, fügte er hinzu. Die Mehrheit des Stadtrates entschied sich schließlich für die Fortschreibung der Planung. CDU-Fraktionschef Jürgen Zöllner sagte, dass der Beschluss für die Wirt­schaftsförderung wichtig sei. Iris Raether-Lordieck von der SPD befürch­tet indes „erhebliche Umweltaus­wirkungen" durch die Erweiterung, wie sie betonte.
Limbach-Oberfrohna hat insge­samt fünf Gewerbegebiete mit einer Gesamtfläche von 70 Hektar. Trotz­dem sind die Möglichkeiten der Stadt begrenzt, wenn es darum geht, ansiedlungswilligen Unternehmen Angebote zu machen. Im Gewerbe­gebiet Süd sind zwar noch einige Grundstücke zu haben - doch die sind nicht immer nach dem Ge­schmack der Firmen. „Wir haben ein Problem, was große Flächen betrifft", sagte Bürgermeister Garsten Schmidt. Ein Chemnitzer Ingeni­eurbüro hat die Planungen für das Gelände in Höhe von 70.000 Euro übernommen. Insgesamt soll das Projekt etwa 7,4 Millionen Euro kos­ten. Mit dem Geld sollen zusätzliche Gewerbeflächen . von konkret 19,74 Hektar entstehen.
Wie Schmidt erläuterte, soll ober­halb des Logistikers Kühne und Na­gel eine knapp 600 Meter lange Er­schließungsstraße gebaut werden. Links und rechts davon könnten sich weitere Unternehmen ansie­deln. Unabhängig davon wird es noch dauern, bis die Bagger im Ge­werbegebiet anrollen. Bürgermeis­ter Schmidt rechnet damit, dass frü­hestens 2018 mit dem Ausbau be­gonnen wird. Er hat keine Zweifel daran, dass sich auch die zusätzli­chen Flächen schnell füllen werden. Die Lage nahe der Autobahn sei äußerst günstig. „So müssen die Lkw nicht durch die Stadt fahren."
Allerdings sorgt an anderer Stelle be­reits jetzt schon der Lkw-Verkehr für Ärger. Den sprach FDP-Stadtrat Konrad Felber zur Sitzung an. Schon jetzt würden Laster ins Gewerbege­biet die Kirchstraße, Straße zun Lin­denhof und Johann-Esche-Straße fahren. Vor allem die Kreuzung sei stark frequentiert. „Aber dort gibt es keine Fußwege", sagte er. Das sei sehr gefährlich. Er forderte einen Fußwegbau und die Ausschilderung von Tempo 30.
Befragte Anwohner sehen das ähnlich. Besonders für ältere An­wohner sei der Gang zum Einkauf gefährlich, hieß es. Betroffen seien auch junge Mütter mit Kinderwa­gen. Bei der Erschließung des Ge­werbegebietes hätte die Stadt die Chance gehabt, gleichzeitig den dringend benötigten Fußweg, als auch die Ausleuchtung der Straße mit zu bauen, sagt Anwohner Uwe Bauch. „Aus welchen Gründen auch immer, nimmt jedoch die Stadt billi­gend in Kauf, Leib und Leben ande­rer täglich der Gefahr des Straßen­verkehrs auszusetzen." Trotz mehr­maliger Intervention der Anwohner, persönlichen Vorsprechens mit schriftlicher Erklärung habe sich nichts getan. „Im Gegenteil, der zu­ständige Mitarbeiter sagte: ,Er sehe bisher keine Notwendigkeit'", so Bauch. Nach Ablehnung seiner Ein­gabe habe er beschlossen, eine Straf­anzeige gegen die Verantwortlichen zu stellen, falls es zum Unfall kom­me. Eine 82-jährige Anwohnerin al­lerdings, die seit Jahrzehnten dort wohnt, sagt, dass es dort noch nie einen Fußweg gegeben hat. „Ich muss eben aufpassen, wenn ich zum Kaufland will", sagt sie. Die meisten Anwohner würden sowieso mit dem Auto fahren, fügt sie hinzu.
Bürgermeister Garsten Schmidt sicherte indes zu, dass die Wünsche für Tempo 30 und Fußwegbau von der Verwaltung geprüft würden. Al­lerdings könne das nicht mit dem jetzigen Bebauungsplan gelöst wer­den, erläuterte er.(mit jop)
Quelle: „Freie Presse" vom 21.09.2016
„UMBENENNUNG"
Aus Gewerbepark wird Gewerbegebiet
PLEISSA - Das Gewerbegebiet in Pleißa wird in den Plänen zu seiner Erweiterung künftig nur noch als Gewerbegebiet Süd und nicht mehr als Gewerbepark Ost bezeichnet. Das hat der Lirnbach-Oberfrohnaer Stadtrat am Montagabend einstim­mig beschlossen. Unter dem Namen Gewerbepark Ost war die Erschlie­ßung der ersten Flächen an der Johann-Esche-Straße seit 1991 von der damals noch selbstständigen Ge­meinde Pleißa geplant worden. Ob­wohl das Gebiet, für das der erste Spatenstich im Juni 2001 erfolgte, bereits seit der Eingemeindung Pleißas nach Limbach-Oberfrohna 1999 als Gewerbegebiet Süd geführt wird, heißt es im Bebauungsplan zu sei­ner Erweiterung immer noch Ge­werbepark Ost. Das wird jetzt korri­giert. Das Gewerbegebiet soll in den nächsten Jahren in Richtung Auto­bahn 4 bis an die Hochspannungs­trasse erweitert werden, (rnib)Quelle: „Freie Presse" vom 15.12.2016
 
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Gewerbegebiet Süd 3
Günstige Konditionen und top Anbindungen
Rück- und Ausblick Gewerbegebiet Süd besteht seit 15 Jahren
Für manch einen scheint es noch gar nicht so lange her zu sein, und doch sind 15 Jahre vergangen: Mit fröhlichen Lie­dern hatten die Knirpse der Kita Pleißa im November 2001 auf den symbolischen ersten Spa­tenstich für die Erschließung des Gewerbegebietes Limbach-Oberfrohna Süd, den kein Gerin­gerer als Kurt Biedenkopf ausge­führt hatte, eingestimmt. Einige Investoren, die schon in den Startlöchern für das damals erst gut sieben Hektar große Areal standen, waren auch zu diesem besonderen Anlass gekommen. „Wir waren froh, dass wir damals bereits sieben Optionsverträge abschließen konnten", betont Garsten Schmidt, der damalige Dezernent für Wirtschaft und Fi­nanzen. Die Stadt hatte seiner­zeit rund 2,5 Millionen Euro in die Erschließung investiert, um zahlreiche neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach 15 Jahren stuft der heutige Bürgermeister das Gewerbegebiet Süd als eine tolle „Erfolgsstory" ein: „Das hätte am Anfang keiner für möglich gehalten", erinnert er sich. „Heute schauen wir auf einen guten Branchenmix der viele Arbeits­plätze geschaffen hat und wo zum Teil wirklich innovative Pro­dukte angeboten werden." Schmidt hofft auf eine Fortset­zung im Sinne von Erweiterung und dass man in Dresden nicht vergisst, dass „man die Wirt­schaft auf- und ausbauen möch­te und dies nicht durch Bürokra­tie hemmt". Der Bürgermeister dankt allen Firmen, die dazu bei­getragen haben, dass Limbach-Oberfrohna sich weiter als Wirt­schaftsstandort etabliert. Seiner .Meinung nach punktet man mit günstigen Konditionen und top Verkehrsanbindungen. Auch Oberbürgermeister Jesko Vogel blickt zufrieden auf die erfolgrei­chen 15 Jahre: „Ich freue mich sehr über die gute Auslastung des Gewerbegebiets. Die Stadt­verwaltung arbeitet intensiv an der Erweiterung, um an diesem Standort noch mehr wirtschaftli­ches Potenzial zu binden." abu
Quelle: „Blick" vom 17.05.2017
Mai 2017
Auszeichnung für innovative Radsport-Bekleidung
Internationale Radprofis. und Weltmeister schwören bei ihrer Bekleidung auf die Marke Biehler aus Pleißa. Doch nicht nur dafür erhielt die Firma einen begehrten Preis.
-VON RAMONA NAGEL-
PLEISSA - Mit Siegerpodesten ist Steffi Barth bestens vertraut. Persön­lich hat die Chefin des Bekleidungs­herstellers Biehler Sportswear aus Pleißa zwar noch nicht darauf ge­standen. Dafür sind bei den Gewin­nern und nächsten Platzierten bei internationalen Titelkämpfen die Trikots dieser Marke vertreten. Die Chemnitzer Bahnradweltmeister Stefan Bötticher und Jo Eilers tragen die Anzüge ebenso wie Olympiasiegerin Christina Vogel oder auch die Straßenrad-Teams von Skoda, E-Postbrief oder Stölting.
Die Marke Biehler Sportswear ist bei 80 Prozent der Spitzenradsportler der Welt bekannt. „Wir sind auf Radsport spezialisiert und statten alle Disziplinen aus", sagt Steffi Barth. Vor 13 Jahren hatte sie die 1993 von Gerda Biehler in Hartmannsdorf ge­gründete Firma gekauft, die damals überwiegend als Lohnnäherei für Bekleidungsproduzenten und De­signer arbeitete. Nach einigen Jah­ren in der regionalen Textilindustrie stand für die heute 56-Jährige fest: „Ich werde selbstständig."
Es war jedoch kein leichter Start, mit vier Mitarbeitern und 30 Jahre alten Maschinen. Es gab aber damals ein kleines Sortiment Funktionswä­sche, darauf baute Steffi Barth auf. „Radsportbekleidung hat mich aus textiltechnologischer Sicht schon immer begeistert", meint die gelern­te Herrenmaßschneiderin. Nach der Lehre studierte sie an der damaligen Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt Betriebswirtschaft und Textiltechnologie, arbeitete dann in der sächsischen Bekleidungsindust­rie und verfügt zudem über eine Qualifikation als Werbeberaterin.
Die Erfolge der Firma, die bereits vor Jahren nach Pleißa gezogen ist, gründen sich auf Eigenentwicklun­gen von atmungsaktiver, haut­freundlicher und UV-geschützter Sportbekleidung für Radfahrer, Läu­fer, Triathleten, Fußballer und Ringer. Der Vertrieb läuft größtenteils über den firmeneigenen Online­shop. Seit vergangenem Jahr gibt es Läden in Berlin und Göttingen. Jeder kann sich auf der Onlineplattform sein Wunsch-Outfit aussuchen. Die Grafiker sorgen für das individuelle Design. Die Ideen der Kunden flie­ßen - so weit möglich - ein. So wer­den in den Radtrikots fünf verschie­dene Arten von Gestricken und Ge­wirken verwendet, die auf Kunden­wunsch bedruckt werden.
Möglich ist das, weil alles im eige­nen Haus passiert - vom Entwurf über die Konstruktion, den Zu­schnitt, den Textildruck bis hin zur Konfektionierung. „Es ist vor allem eine starke grafische Leistung", sagt Barth. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen fast genauso viele Grafiker wie Näher. Insgesamt sind es 45 Mitarbeiter. Die Stoffe und Zu­taten kommen ausschließlich von europäischen Lieferanten. Viele davon aus nächster Umgebung: Paul Uebel Wirk- und Strickwaren in Limbach-Oberfrohna oder Alterfil Nähfaden in Oederan.
Während Steffi Barth für Techno­logie und Schnittkonstruktion so­wie für die Produktion verantwort­lich ist, kümmert sich ihr Sohn Sascha Winkler um Marketing, Design und Vertrieb. Eine ideale Lösung in Anbetracht vieler um eine Nachfol­gelösung ringender Unternehmer. „Mein Sohn ist hier regelrecht hin­eingewachsen", sagt Steffi Barth.
Die Art und Weise, wie Steffi Barth und Sascha Winkler das Un­ternehmen führen, hat den Marke­tingclub Chemnitz beeindruckt. „Bei Biehler Sportswear ist Innovation keine Phrase des Vorstandes, son­dern wird täglich über alle Prozesse lebendig. Begonnen mit dem Kon­takt" zum Kunden, über die Kollekti­onsentwicklung, das Design, die Produktion im Stile Industrie 4.0 bis hin zum direkten Vertrieb", sagte Clubpräsident Volker Türschmann. Deshalb erhielt das Pleißaer Unter­nehmen gestern den „Chemnitzer Meilenstein". Der Marketingclub würdigt damit in jedem Jahr außer­gewöhnliche Unternehmensent­wicklungen.
Wer Radsportbekleidung produ­ziert, muss nicht zwingend ein Rad­sportfan sein. Steffi Barth aber ist es. In der Familie hat jeder drei Fahrrä­der, eins mit Kindersitz für die Fahr­ten mit den Enkeln, ein Mountainbike und ein Tourenbike. „Bis zum Rennrad habe ich es leider nicht ge­schafft", sagt die Biehler-Chefin. „Aber jetzt muss diese sehr gewöh­nungsbedürftige Haltung beim Fah­ren auch nicht mehr sein."
Quelle: „Freie Presse" vom 04. Juli 2017
Pleißaer Marke ausgezeichnet
KLEIDUNG Sportausstatter erhält „Chemnitzer Meilenstein"
Pleißa
. Wenn man kein Fan von Radsport ist oder diesen selbst betreibt, hat man bislang von der Marke „Biehler Sportswear" vor allem in den Medien gehört oder gelesen. Das Unterneh­men, das seinen Sitz im Pleiß­aer Gewerbegebiet hat, ist dort regelmäßig zu „Gast", weil es mit Auszeichnungen geehrt wird. Nach der „Unternehmerin des Jahres", wie sich Steffi .Barth 2016 nennen durfte, oder dem Prädikat „sehr gut" des Pulstreiber-Magazins gibt es nun abermals eine Würdigung: Der Marketing-Club Chemnitz ehrt in jedem Jahr außerge­wöhnliche Unternehmensent­wicklungen. „Bei Biehler Sportswear ist Innovation keine Phrase, sondern wird täglich über alle Prozesse lebendig", heißt es in der Begründung für den „Chemnitzer Meilenstein". Das Pleißaer Unternehmen ist be­reits seit 1993 am Markt und ent­wickelt High-Tech Schnitte und Materialien für den Profi- und Amateursport. Der Fokus liegt da­bei auf der Herstellung individuel­ler Teambekleidung für Radverei­ne, Teams und Firmen. Die kom­plette Produktion befindet sich in Deutschland. Besonderen Wert legt das knapp 50-köpfige Team um die Geschäftsführer Steffi Barth und Sascha Winkler auf ei­ne maximale soziale und ökologi­sche Nachhaltigkeit in den Pro­dukten. Neben der Auftrags-Abteilung gibt es eine siebenköpfige Grafikabteilung für die Gestaltung individueller Trikotdesigns. Die Produktion ist untergliedert in Zu­schnitt, Druckerei und Näherei. Alle Abteilungen befinden sich im Haus und können so miteinander harmonieren. Dabei besteht der Anspruch, individuell und kompe­tent auf jede Kundenanfrage zu reagieren. Viele Stoffe und Zutaten kommen aus der Region, wie zum Beispiel von Paul-Uebel-Strick-und Wirkwaren. „Wir freuen uns außerordentlich über die Aus­zeichnung, da sie für uns eine Be­stätigung für unsere Arbeit und unser Werteversprechen ist", be­tonte Sascha Winkler. „Wir setzen auf Radbekleidung ,Made in Limbach-Oberfrohna' -ökologisch und sozial nachhaltig produziert. Da­rauf sind wir besonders stolz. Dass wir mittlerweile überregional und sogar europaweit zu den führen­den Anbietern von hochfunktioneller Radbekleidung gehören, freut uns umso mehr." abu -
Quelle: „Blick" vom 12.07.2017

 
Maschinenbauer expandiert und will mehr Personal einstellen
USK vergrößert derzeit seinen Standort im Gewerbegebiet Süd. Es wird nicht die letzte Investition des Unternehmens in Limbach-Oberfrohna sein.
-VON JOHANNES PÖHLANDT-
L1MBACH-OBERFROHNA/PLEIßA - Ein Knopfdruck von Andreas Herold, und die Kette, die an einem Kran hängt, senkt sich. Mit Karabinern befestigt der Mitarbeiter der Baufirma Köster ein auf dem Parkplatz liegendes Be­tonelement. Erneut bedient Herold die Kransteuerung, die vor seinem Bauch baumelt, und das Element schwebt zum Gebäude gegenüber, wo es Herolds Kollegen in Empfang nehmen.
Der Standort des Spezialmaschinenbauers USK an der Johann-Esche-Straße in Limbach-Oberfroh­na ist derzeit eine Baustelle. Anfang April wurde der Bürotrakt eingerüs­tet, inzwischen wurde er um zwei Etagen aufgestockt. Die zusätzli­chen Räume seien dringend nötig, sagt Holger Kühne, der in der Ge­schäftsführung für den Vertrieb zu­ständig ist. „Bei den Büros waren wir an der Grenze." Ende Juni soll das dann vierstöckige Gebäude fertig sein. Es folgt ein Anbau, in dem ein Treppenhaus, ein Fahrstuhl und der Empfangsbereich untergebracht werden sollen. Die Fundamente sind schon gegossen, im August soll auch dieses Projekt abgeschlossen sein. Laut Kühne investiert, USK knapp zwei Millionen Euro. Derweil läuft die Produktion in der ange­schlossenen Halle unverändert wei­ter. Sie ist von der Expansion nicht betroffen.
Das könnte sich aber schon in wenigen Jahren ändern. „Wir wollen weiter wachsen", betont Kühne. Auch in der Produktion droht der Platz eng zu werden, obwohl die Betriebsstätte im Gewerbegebiet Süd erst 2014 eröffnet wurde. Des­halb hat das Unternehmen an der Johann-Esche-Straße bereits eine an­grenzende Fläche erworben. „Wir haben eine gute Auftragslage, die bis ins Jahr 2018 hinein reicht", erklärt Kühne, der seit 25 Jahren bei USK tä­tig ist.
Der Spezialmaschinenbauer ist nicht nur im Gewerbegebiet Süd mit einem Standort vertreten, son­dern auch An der Hopfendarre, wo sich der Hauptsitz befindet, und an der Hauptstraße in Kändler. Stellt dieses historisch gewachsene Konstrukt ein Problem für die Firma dar? „Natürlich wäre es effizienter, alles an einem Standort zu bündeln", stellt Kühne fest. Es sei denkbar, dass nach einer Erweiterung im Gewer­begebiet Süd alle Unternehmenstei­le dorthin umziehen. Aber das wer­de frühestens in einigen Jahren der Fall sein, sagt der 51-jährige Limbach-Oberfrohnaer. Derzeit hat USK den schweren Maschinenbau an der Johann-Esche-Straße und den leich­ten Maschinenbau An der Hopfen­darre konzentriert, um möglichst ef­fektiv arbeiten zu können.
Das Unternehmen strebt für die­ses Jahr einen Umsatz von etwa 70 Millionen Euro an. Im nächsten Jahr könnten es laut Kühne 75 bis 80 Millionen sein. Die Geschäfts­führung äußert sich damit etwas zu­rückhaltender als im vergangenen Jahr - damals waren 100 Millionen Euro als Umsatzziel für das 2018 ausgegeben worden. Laut Kühne hat die Firma diese Marke nach wie vor im Auge. „Aber nicht schon 2018." Das Wachstum betrifft auch die Anzahl der Mitarbeiter, die derzeit bei 370 liegt und nach Angaben des Geschäftsführers bis Ende 2018 die 400er-Marke erreichen könnte. Da­mit baut das Unternehmen seine Po­sition als drittgrößter Arbeitgeber der Stadt hinter dem Automobilzulieferer Continental und dem Son­nenschutz-Hersteller Warema aus. Derzeit werden unter anderem Elektrokonstrukteure, Programmierer und Monteure gesucht, Um auch in Zeiten des Fachkräftemangels Perso­nal gewinnen zu können, setzt man darauf, dass die gut 30 jungen Leute,
die derzeit bei der Firma eine Ausbil­dung oder ein Duales Studium ab­solvieren, anschließend bei USK bleiben. Um darüber hinaus in Zei­ten des Fachkräftemangels Personal gewinnen zu können, bietet das Un­ternehmen in allen Bereichen, in de­nen es möglich ist, flexible Arbeits­zeiten an. „Vor allem punkten wir aber mit abwechslungsreichen und interessanten Tätigkeiten", ist sich Kühne sicher, Dazu gehören auch Auslandsaufenthalte. Denn das Un­ternehmen produziert nicht nur Maschinen, sondern baut diese auch beim Kunden auf - fast weltweit. „Der einzige Kontinent, in den wir bislang nicht exportiert haben, ist Australien", sagt der Maschinen­bau-Ingenieur.
Bislang erzielt USK 90 Prozent des Umsatzes mit Produkten für die Autoindustrie. „Wir entwickeln Montageausrüstungen zum Bau von einem kleinen Sensor bis hin zum kompletten Verbrennungsmo­tor", erklärt Kühne. Auch im wichtigen Segment der E-Mobilität habe man den Einstieg geschafft. Zu den Kunden gehören sowohl Hersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW als auch Zulieferer wie Conti­nental und Bosch. Künftig will sich das Unternehmen breiter aufstellen und vermehrt Kunden in anderen Branchen wie der Medizintechnik und der Elektronik gewinnen. „Diversifizierung erhöht die Sicher­heit", stellt der Geschäftsführer fest. Derzeit gebe es aber keinen Grund, pessimistisch zu sein. „Seit der Wirt­schaftskrise 2008/09 bewegen wir uns auf hohem Niveau, selbst den Dieselskandal haben wir kaum ge­merkt."
Quelle: „Freie Presse" vom 27.05.2017
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