Bauteile-Hersteller investiert in neue Halle und neue Maschinen
Die Firma Deltanull mit Sitz in Pleißa hat sich der Präzisionsfertigung ver­schrieben. Wegen voller Auftragsbücher steckt das Unternehmen eine Million Euro in eine Erweiterung. Auch beim Namen gibt es Veränderungen.
-VON JOHANNES PÖHLANDT-
PLEIßA - Bei der maschinellen Ferti­gung von Produkten kommt es auf die Stückzahl an. Je mehr Teile glei­cher Bauart in Serie hergestellt wer­den, desto effektiver und günstiger wird es. Bei der Firma Deltanull-Mitec scheint dieser Grundsatz je­doch nicht zu gelten. Oft stellt das Unternehmen mit Sitz im Gewerbe­gebiet Süd in Pleißa Einzelteile her. „Wir freuen uns schon, wenn wir eine Serie mit vier Teilen haben", sagt Geschäftsführer Steffen Eckert, der zugleich Gesellschafter ist. Diese Einzelstücke haben ihren Preis: Auch wenn die Produkte zum Teil nur wenige Zentimeter lang und breit sind, können sie mehrere Hun­dert Euro kosten.
Das hindert Firmen wie den Automobilzulieferer Continental oder die Sondermaschienbauer USK (beide aus Limbach-Oberfrohna) und Sitec (Chemnitz) aber nicht da­ran, bei Deltanull zu bestellen. Das erst zehn Jahre alte Unternehmen fertigt Bauteile aus Metall für den Maschinen- und Anlagenbau, die je nach Wunsch anschließend bei Part­nerfirmen beschichtet oder in ande­rer Weise veredelt werden. Die soge­nannten Präzisionsbauteile heißen so, weil ihre Maße in Mikrometern angeben werden, wobei ein Milli­meter 1000 Mikrometer entspricht. Nach Eckerts Angaben können Dif­ferenzen von einigen Mikrometern entscheidend sein - „sonst passen die Teile nicht in die Maschinen".
Der Anspruch der Firma zeigt sich auch in ihrem Namen: Delta­null soll bedeuten, dass die Abwei­chung zwischen beauftragtem und hergestelltem Produkt nahe Null liegt - im Mikrometer-Bereich, ver­steht sich. Die bisherige Bezeich­nung Mitec wird derzeit noch ange­hängt, soll bald aber komplett aus dem Namen verschwinden. Sie ver­wies auf, die Mikrobearbeitung, also das Schneiden oder Fräsen von kleinsten Konturen, die für das menschliche Auge nicht zu erken­nen sind. Diese Dienstleistung bie­tet der Betrieb zwar nach wie vor an. „Sie reicht aber nicht, um das Über­leben zu sichern", erklärt Eckert. Der neue Name soll auf das breitere Port­folio hinweisen.
Auch sonst ist bei Deltanull gera­de einiges in Bewegung. Der Firmen­sitz an der Johann-Esche-Straße wird erweitert. Bislang standen für Pro­duktion und Büros etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung, nun kommt ein weiteres Gebäude mit derselben Größe hinzu. Baustart für die Halle mit Wänden aus Stahl war im September, bereits Mitte Oktober wurde Richtfest gefeiert. Noch in diesem Jahr soll das Projekt abge­schlossen werden. „Wir haben schon neue Maschinen bestellt, die im nächsten Jahr geliefert werden", sagt der Geschäftsführer. Er geht da­von aus, dass im März 2019 der Be­trieb im Erweiterungsbau aufge­nommen werden kann. Insgesamt investiert Deltanull etwa eine Milli­on Euro in das Gebäude und den Ma­schinenpark.
Die Erweiterung ist nötig, weil in der Produktion der Platz ausgeht. Wer die Fertigungshalle betritt, läuft fast direkt gegen eine Maschine. „Es ist alles ein bisschen eng hier", stellt Eckert fest Der 38-jährige Maschinenbau-Ingenieur aus Chemnitz hat keine Sorgen, dass seine Firma nach der Erweiterung nicht ausgelastet sein wird. Denn die Auftragsbücher von Deltanull sind voll. Derzeit wird mehr gefertigt, als die Kapazität des Unternehmens eigentlich hergibt. Konkrete Geschäftszahlen will Eckert nicht nennen, verrät aber, dass der Umsatz binnen zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen ist Schon jetzt schließt er nicht aus, dass mit­telfristig die nächste Erweiterung ansteht.
Parallel soll die Anzahl der Be­schäftigten wachsen. Derzeit arbei­ten 15 Personen bei Deltanull, die meisten davon CNC-Fräser und Pro­grammierer. Im nächsten Jahr sollen es laut Eckert 17 sein, perspektivisch 20. Ab Herbst 2019 will die Firma erstmals einen Ausbildungsplatz für einen Zerspanungsmechaniker an­bieten. Obwohl das Unternehmen vergleichsweise klein ist, wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Wie der Firmenchef erklärt, reicht es aber mitunter, wenn nachts zwei Be­schäftigte in der Produktionshalle stehen. Als Ausgleich muss nur in Ausnahmefällen am Wochenende gearbeitet werden. Als weiteres Plus nennt Eckert die vertraute Atmo­sphäre in der Firma: Jeder kennt je­den, regelmäßig treffen sich die Be­schäftigten auch außerhalb der Ar­beit, etwa zum Kegeln. Es ist nicht einmal vermessen, bei Deltanull von einem Familienbetrieb zu spre­chen: Eckerts Frau Heike kümmert sich um die Buchhaltung.
Quelle: „Freie Presse" vom 06.11.2018
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