Turnhallenbau in Pleißa dauert ein halbes Jahr länger
Am Gebäude ist Richtfest gefeiert worden. Sportler und Schüler freuen sich auf bessere Bedingungen. Sie brauchen aber noch Geduld, weil die Planung überarbeitet werden musste. -VON JOHANNES PÖHLANDT-
PLEIßA
- Wartezeit vor dem Du­schen? Das kann die gute Laune, die sich nach einer schweißtreibenden Sporteinheit meist einstellt, schnell vermiesen. Doch genau diese Warte­zeit gehörte für die Volleyballer des TuS Pleißa bislang zum Alltag. „Es gab in der alten Halle nur eine Du­sche", sagt Vereinsmitglied Rolf Bretschneider. Entsprechend dauer­te es, bis sich alle Volleyballer gewa­schen hatten. Auch sonst blieben in der alten Turnhalle am Festplatz in Pleißa Wünsche der Sportler offen. „Sie war eigentlich nicht lang genug für uns", sagt Bretschneider.
Die Halle ist seit einem Jahr eine Baustelle. Seit derselben Zeit wächst gleich nebenan eine neue Sporthalle empor. Inzwischen steht der Roh­bau, die Dachkonstruktion ist ge­schlossen. Nachdem Oberbürger­meister Jesko Vogel den symboli­schen Nagel eingeschlagen hatte, verlas Zimmerer Matthias Strobel den Richtspruch. Weil die neue Hal­le ein Flachdach auf weist, wurde der Richtkranz nicht aufgesetzt. Er schwebte am Haken eines Krans über den Gästen des Richtfestes.
An der Südwestseite der neuen Turnhalle sind größere Fenster vor­gesehen als auf der Nordostseite. Auf diese Weise soll nach Angaben von Michael Claus, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung im Rathaus, die Sonnenenergie optimal genutzt
werden. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach wird künftig Strom erzeugt. Das Spielfeld der neuen Ein­feldhalle wird 27 Meter lang und 15 Meter breit sein. Daneben werden ein Geräte- und ein Technikraum so­wie Toiletten untergebracht.
Umkleiden sind hingegen im Neubau nicht vorgesehen - die fin­den in der alten Halle Platz, genauso wie ein Vereinsraum. Das histori­sche Gebäude wurde komplett ent­kernt. Laut Claus wollte man die alte Halle mit der ansehnlichen Klinker­fassade und dem sogenannten Ton­nengewölbe in Form eines Rundbo­gens erhalten. Beide Gebäude wer­den mit einem Durchgang verbun­den, der teilweise verglast ist. An je­ner Stelle wird sich auch die Ein­gangstür befinden.
Neben den Sportlern des TuS Plei­ßa freuen sich auch die Lehrer und Schüler der Grundschule, die wäh­rend der Bauarbeiten zum Sport per Bus in die Turnhalle nach Kändler fahren, auf die besseren Bedingung­en. „Wir können den Schülern dann Sportarten bieten, die wir bislang nicht ausüben konnten", erklärt Schulleiterin Heike Wolfram. Zum Beispiel sei es in der alten Halle aus Platzgründen nicht möglich gewe­sen, vernünftig Handball zu unter­richten. Auch die Teilnehmer einer Leichtathletik-AG hätten dann viel mehr Möglichkeiten. Von dem ge­räumigeren Abstellraum erhofft sich Wolfram, dass die Sportgeräte zügiger rangiert werden können.
Bis der Neubau für den Schul­sport zur Verfügung steht, ist jedoch noch Geduld nötig. Eigentlich sollte das Projekt in diesem Sommer abge­schlossen werden. Doch wegen Auf­lagen der zuständigen Wasserbehör­de musste die Planung überarbeitet werden. „Regenwasser darf nur ge­drosselt in den Pleißenbach abflie­ßen", erläutert Fachbereichsleiter Claus. Deshalb mussten unterirdi­sche Rückhaltebehälter installiert werden. Hintergrund ist die Hoch­wassergefahr. Die zusätzlichen Ar­beiten sowie Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien führten zu einer Verzögerung. Claus geht davon aus, dass die neue Halle Ende des Jahres in Betrieb genommen werden kann. Die Auflagen der Wasserbehörde treiben auch den Preis in die Höhe: Statt 2,7 Millionen soll das Projekt nun 3,4 Millionen Euro kosten.
Quelle: „Freie Presse" vom 10.05.2019
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Bau der Turnhalle in Pleißa geht voran
Nachdem am 18. Mai 2018 der erste Spatenstich für die neue Turnhalle im Ortsteil Pleißa erfolgt war, sind die Arbeiten ein Jahr später recht weit gediehen. Am 9. Mai konnte gemeinsam mit allen am Bau Beteiligten Richtfest gefeiert werden. In seiner Ansprache dankte Oberbürgermeister Dr. Jesko Vogel besonders den Stadträten und Fördermittelgebern, die den Bau ermöglicht hatten. „Das wird eine tolle Anlage für den Ortsteil und die gesamte Stadt. Nicht nur der Schulsport soll zukünftig hier stattfinden, sondern auch Vereine unter guten Bedingungen Sport treiben können", betonte er. Zur Abrundung des Ensembles sollen später auch die Außenanlagen in Angriff genommen werden. Zudem wurde die naheliegende Kurze Straße grundhaft erneuert, um auch die Abwasserproblematik rund um Turnhalle und Festplatz endlich ordentlich zu regeln. Für rund 3,41 Millionen Euro entsteht derzeit mit Hilfe von För­dermitteln aus der Sportforderung des Landes nicht nur die neue Einfeldhalle. Eine Besonderheit ist der Verbindungsbau zur alten Turnhalle, die komplett entkernt und zukünftig für Umkleide-, Sa­nitär-, Technik- und Vereinsräume genutzt werden soll. Bis Ende 2019 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 23. Mai 2019
Richtfest neue Turnhalle 2019
Kritik wegen Verzögerungen beim Bau der Turnhalle
Laut Beobachtern hat es in Pleißa zuletzt kaum Fortschritte gegeben. Die Stadt räumt Verzögerun­gen ein. Mit den Folgen müssen sich nicht nur Sportler arrangieren.
- VON JOHANNES PÖHLANDT-
PLEIßA - Yves Tetzner hat die Turn­hallen-Baustelle in Pleißa bestens im Blick. Der Betreiber der Gaststät­te Schützenhaus muss nur aus dem Fenster schauen, um den Fortschritt auf dem Festplatz auf der anderen Seite der Hohensteiner Straße zu be­obachten. In den vergangenen Wo­chen, mochte Tetzner aber nicht un­bedingt von Fortschritten sprechen. „Seit das Dach drauf ist, passiert we­nig", sagte er während der konstitu­ierenden Sitzung des Ortschaftsra­tes, dem der Vertreter der Freien Wähler neuerdings angehört. Er ha­be zum Teil kaum Arbeiter auf der Baustelle gesehen. Ähnlich äußerte sich ein Bürger. „Man hat den Ein­druck, es geht gar nicht mehr voran", sagte er.
Diesem Anschein trat Oberbür­germeister Jesko Vogel wenige Tage später im Stadtrat entgegen. Er be­richtete, dass nicht nur die Dacharbeiten abgeschlossen, sondern auch die Putzarbeiten im Innenbereich in vollem Gange seien. Die ersten Vor­richtungen für Elektrik, Heizung und Sanitär seien installiert, sagte Vogel. Auch in der benachbarten Turnhalle, die künftig Umkleideräume aufnehmen soll, sei einiges ge­schafft worden. „Estrich- und Innen­putzarbeiten sind abgeschlossen", stellte der OB fest. Das gelte auch für die Installation von Lüftungs-, Elektro- und Heizungsanlagen. Zudem habe ein Großteil der Fassade inzwi­schen einen neuen Anstrich bekom­men.
Auf Nachfrage der „Freien Presse" räumt die Stadtverwaltung dennoch ein, dass sich die Augenzeugen bei ihren Beobachtungen nicht ge­täuscht haben. „Aufgrund von Ur­laub und Krankheit waren drei Gewerke in den Sommerferien perso­nell stark unterbesetzt", sagt Micha­el Claus, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung. Demnach waren die Bereiche Elektro, Fassade sowie Heizung/Lüftung/Sanitär betroffen. Zudem sei es zu Verzögerungen ge­kommen, weil Fensterelemente ver­spätet geliefert wurden.
Es ist nicht das erste Mal, dass auf der Baustelle in Pleißa der Zeitplan nicht eingehalten wird. Beim Richt­fest im Mai war bekannt geworden, dass die Turnhalle nicht wie geplant im Sommer fertiggestellt werden kann. Wegen Auflagen der zuständi­gen Wasserbehörde musste die Pla­nung überarbeitet werden. „Regen­wasser darf nur gedrosselt in den Pleißenbach abfließen", erläuterte Claus damals. Deshalb mussten un­terirdische Rückhaltebehälter installiert werden. Hintergrund ist die Hochwassergefahr. Wegen der zusätzlichen Arbeiten verschob sich die geplante Eröffnung der Turnhalle auf Ende des Jahres. Doch auch dieser Termin steht wegen der neu­erlichen Verzögerungen in Frage. Claus geht zwar davon aus, dass die Handwerker ihre Aufgaben an der Turnhalle selbst noch 2019 erledi­gen. Die Abnahme der Arbeiten so­wie die Fertigstellung der Außenan­lagen werden nach seinen Angaben jedoch erst Anfang 2020 erfolgen. In diesem Fall könnten Sportler das Ge­bäude also erst im nächsten Jahr in Beschlag nehmen.
Die Turnhalle wird von Vereinen sowie Lehrern und Schülern herbei­gesehnt. Denn der Altbau war zu klein, um einige Sportarten wie Vol­leyball oder Handball vernünftig ausführen zu können. Zudem gestal­teten sich die Verhältnisse in den Umkleiden so beengt - unter ande­rem gab es nur eine Dusche -, dass es Vertretern des TuS Pleißa mitunter peinlich war, dort Kontrahenten zu empfangen. Die Sportler müssen nun noch länger auf andere Hallen ausweichen. Die Grundschüler wer­den zum Sportunterricht per Bus nach Kändler gebracht.
Von den Auswirkungen der Ver­zögerungen sind auch die Mitglie­der des Heimatvereines betroffen. Sie hatten ihr traditionelles Dorffest extra von Juni auf das Wochenende vom 6. bis 8. September verlegt - in der Annahme, der Festplatz stünde dann wieder vollständig zur Verfü­gung. „Eigentlich dachten wir, dass die Turnhalle beim Dorffest eröffnet werden kann", sagt Vereinschef Mi­chael Nessmann. „Aber jetzt haben wir nur einen Rohbau. Ich verstehe nicht, was da vor sich geht." Nach Prüfung der Situation seien er und seine Mitstreiter aber überzeugt da­von, dass beim Dorffest keine Abstri­che nötig seien, so Nessmann. Die verbleibende Fläche sei groß genug, um dort das Festzelt aufzustellen.
Quelle: „Freie Presse vom 30.08.2019
 
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