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Der fliegende Oberförster
Ein Erfinderschicksal aus dem vorigen Jahrhundert



Als Ende der zwanziger Jahre hoch in der Luft der Zeppelin Über uns hinwegzog, dachte keiner daran, daß der eigentliche Geburtsort dieser großartigen Erfindung in unserer näheren Heimat zu suchen ist, Angefangen hat es in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Pleißa. Dort wohnte Ernst-Georg Baumgarten, der schon als Kind davon träumte,-sich wie ein Vogel in die Luft zu schwingen und die Erde von oben zu betrachten. Steht man oberhalb des Ortes Pleißa, so kann man Baumgarten verstehen. Der herrliche Ausblick Über das Limbacher Gebiet lässt die Gedanken - darüber hinwegzuschweben -verständlich erscheinen. Die ehemalige Oberförsterei, in der Baumgarten lebte, ist jetzt das Anwesen der Familie Reichenbach. Von der Dorfstraße führt heute noch der sogenannte Baumgartenweg am Gasthof Stern vorbei nach Grüna zur Oberförsterei. Nur eine Gedenktafel, welche zur Zeit restauriert wird, erinnert noch an die damalige Zeit. Im Jahre 1871 wurde die Oberförsterei nach Grüna verlegt, und hier konnte Baumgarten seine Ideen verwirklichen, fand er doch gute Freunde, die ihm tatkräftig zur Seite standen, Der Gastwirt Franz Keil vorn damaligen Schützenhaus ließ ihm sogar eine Halle bauen. So ging endlich der Traum vom Fliegen in Erfüllung.
Vier Jahre arbeitete Baumgarten an seiner Erfindung. Im Sommer 1879) vor hundert Jahren also,glückte dann der erste Aufstieg mit dem Luftschiff. Obwohl Baumgarten von seinen Zeitgenossen noch nicht so recht verstanden wurde, bewahrheitete sich sein Ausspruch: "Was ich jetzt im Kopfe habe, wird in 50 oder 60 Jahren Wirklichkeit werden den."
Eine Weisung der vorgesetzten Behörde zwang Baumgarten, sich zu entscheiden, entweder für seinen Dienst oder seine Erfindung. Seine Begeisterung f ü r das Fliegen ließ ihn den Dienst aufgeben. Nachdem er seine Erfindung in Paris, Brüssel und London patentieren ließ. lebte er nur noch wenige Jahre in Siegmar. Bereits mit 47 Jahren, am 23. Juni 1883, verstarb er in einer Nervenheilanstalt in Zschadraß bei Colditz.
Als einer der ersten Vorkämpferfür den Bau lenkbarer Luftschiffe hat Ernst-Georg Baumgarten seine ganze Kraft und sein Vermögen eingesetzt. Er hat es verdient, daß auch in Zukunft sein Name im Zusammenhang mit der Luftfahrt genannt und gewürdigt wird.

Am 9. November 1979 wurde anläßlich der Eröffnung einer Sonderausstellung zum Thema "Luftschiffe" Ernst-Georg Baumgarten in ehrenm der Weise gedacht, Diese Sonderausstellung stellung im Dresdner Verkehrsmuseum ist noch bis zum 13, Januar 1980 geöffnet.

Herbert Götze. Werk 2

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Im Jahre 1879 führte Oberförster Georg Baumgarten in Grüna bei Chemnitz mit dem aus dem Bild ersichtlichen Luftschiff als Vorläufer Zeppelins seine ersten Versuchsflüge aus und veranstaltete in den folgenden Jahren weitere Versuchsfahrten.Foto: Archiv
Mehr zum Thema "Baumgarten"
( Ortschronik usw. )
Baumgartenausstellung
Grüna (04.01.2004)
Aus: Betriebszeitung "ELAN" des
"VEB Feinwäsche" Limbach-Oberfrohna; 1979
Alte Bäume im Limbacher Land einst und jetzt
Die Edelkastanie oder Marone in Pleißa
Edelkastanien sind im sächsischen Vorgebirgsland auch heute noch Exoten. Die wärmeliebenden Bäume stammen aus den Mittelmeer­ländern und sind z.B. in Südtirol weit verbreitet. Wer hat wohl noch keine gerösteten Früchte der Edelkastanien - die Maronen pro­biert? Wie dieser Exot-nach Pleißa geraten ist, kann nur vermutet werden. Das Dorf Pleißa gehörte nicht zum Besitz des Limbacher Rittergutes bzw. des Amtes Penig, sondern zum „Closter Kempnitz" und nach der Reformation zum Kirchsprengel Chemnitz. Der Vierseitenhof, das spätere Forstgut war lange Zeit im Besitz der unterhalb der Kirche gelegenen Oehm-Mühle und wurde 1789 an einen Kretschmar, von Beruf Grenzschütze, verkauft. Es ist zu vermuten, dass die Müller der Oehm-Mühle eine bessere Bildung hatten als die Bauern und sie über Kaufleute Verbindungen zu fernen Gegenden knüpfen konnten und dass damit eine seltene Edelkastanie als Exot den Weg nach Pleißa fand. Diese wurde dann im Garten des Bauerhofes gepflanzt. Der Viersetlenhof wurde von der sächsischen Krone gekauft, war dann von 1855 bis l 871 als Forstgut das Domizil der Oberförster. Diese waren direkt dem sächsischen Hof unterstellt. Zu erwähnen ist, dass der Luftfahrtpionier Georg Baumgarten bis 1871 hier Oberförster war. Von der alten Forstgut-Zeit künden heute noch einige verwitterte Geweihe am Giebel des Wohnhauses. Die Familie Reichenbaeh erwarb das ehemalige Forstgut 1928. Der starke Stamm der Marone war nur 2,40 Meter hoch, dann begann schon die mächtige weitausladende Krone. Der Stammumfang hatte, wie der Chronist Paul Fritsching in den 1920er Jahren be­richtete, stattliche 4,10 Meter betragen. Das Alter kann nur anhand des Stammumfanges geschätzt werden. Vergleichbare Bäume in unserer Klimazone wären mindestens 200 Jahre alt. Die Marone erschien so breit wie hoch. Die Blätter sehen ganz anders aus, wie zum Beispiel bei einer gewöhnlichen Kastanie. Mehr länglich lanzenförmig und gezähnt. Der kalte Polarwinter 1928/29 gab der alten Edelkastanie den Rest. Im Jahre 1930 waren dann nur noch wenige Äste mit Blattgrün vorhanden. Stürme brachen schließlich den Stamm.
In der Umgebung des Forstgutes finden wir eine Ansammlung von wertvollen alten Laubbäumen. Darunter zahlreiche Linden, Kastanien und Eschen. Nun haben wir nur noch wenige Maro­nenbäume im Limbacher Land. Sie stehen unter anderem an der Goetheschule, irn Park des alten Krankenhauses und in Rußdorf beim Bauer Fichtner. Ein Methusalem unter den Maronen ist in Gersdorf bei Nossen zu finden. Hier beträgt der Stammumfang des alten Baumes 8,25 Meter. Der Baum befindet sich allerdings im absterbenden Zustand.
Quelle: Ortschronik Strohbach, Foto: Frau Reichenbach, Pleißa. Verfasst im Auftrag des Fördervereins Esche Museum von Frie­demann Maisch
Forstgut 2016
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