Gewerbegebiet Plei▀a-West
Gewerbegebiet Pleißa-West befindet sich seit mehr als 15 Jahren direkt an der Antobahn A4
Beste Lage sorgt für gute Auslastung
Pleißa (MPF). Eine günstigere Lage kann es eigentlich nicht geben. Das Ge­werbegebiet Pleißa-West, das ei­nes von fünf Gewerbegebieten im Bereich der Stadt limbach-Oberfrohna ist, liegt nur wenige Meter von der Anschlussstelle Wüstenbrand an der Bundesautobahn A4.
Hier sorgen derzeit zwar Bauar­beiten für Behinderungen und zeitweise sogar für Sperrungen der Straße zwischen Pleißa und Wüstenbrand, doch mit Blick auf die bald fertig ausgebaute Auto­bahn sind diese Behinderungen zu verkraften. Erschlossen wurde das Gewerbegebiet Pleißa-West im Jahr 1993 durch eine private In­vestitionsgesellschaft. Dabei wurden rund 17 Millionen Mark investiert. Heute gibt es in dem rund 20 Hektar großen Areal kaum noch freie Flächen. Neben Niederlassungen namhafter Großunternehmen wie der Deut­schen Post, Scania oder Zeppelin Baumaschinen tragen verschie­dene weitere Betriebe zu einem breiten Mix an Firmen im Gewerbegebiet bei.
Unter anderem ist hier auch die Autobus Sachsen GmbH ansäs­sig, deren Busse im täglich im Nahverkehr durch die Region zwischen Chemnitz und Zwickau rollen. Einige Kilometer östlich entstand auf Pleißaer Flur ab 2002 ein zweites Gewerbegebiet. Jenes wuchs seither an, so dass nun kürzlich eine Erweiterung bekannt gegeben wurde. Im Ge­werbegebiet Süd werden sich laut Wirtschafts- und Finanzdezernent Carsten Schmidt drei weitere Unternehmen ansiedeln, so dass trotz der derzeitigen Krise mit einer Portion Optimismus in die Zukunft geblickt werden kann. Die Stadt Limbach-Oberfrohna will in die Erweiterung des Gewerbegebietes rund ein halbe Million Euro investieren, damit auch in Zukunft eine star­ke Wirtschaft in der Stadt zu fin­den ist. Um die Neuansiedlungen zu ermöglichen, sollen Erschlie­ßungsstraßen in Richtung der Autobahn A4 verlängert werden.
Der Autobahnbau erfordert viel Geduld
Pleißa (MPF). Auf der Bundesauto­bahn A4 erfolgt derzeit ein Lückenschluss. Zwischen den An­schlussstellen Limbach-Ober­frohna im Osten und Hohenstein-Ernstthal im Westen ist die alte Piste verschwunden und nachdem bereits eine neue Rich­tungsfahrbahn fertig ist, wird in den nächsten Monaten an der zweiten Richtungsfahrbahn ge­baut.
So lange gebaut wird, stehen jeweils nur zwei eingeengte Fahrbahnen pro Richtung zur Verfügung, was die Geduld der Autofahrer schon allein wegen der zulässigen Höchstge­schwindigkeit von 80 Stunden­kilometern strapaziert. Das Teil­stück zwischen den Anschlussstellen Hohenstein-Emstthal und Limbach-Oberfrohna ist 12 Kilometer lang. Der Neubau der Fahrbahn soll im Jahr 2010 abge­schlossen werden. Begonnen wurde mit den Arbeiten im No­vember 2007. UInter anderem gehören der Bau von elf Brücken und ebenso vielen Regenrück­haltebecken zum Ausbaupro­jekt.
Die Gesamtinvestitionen im Autobahnbau belaufen sich auf knapp 50 Millionen Euro. Um die Verbreiterung der Autobahn zu ermöglichen, waren fast auf der gesamten Ausbaustrecke Baumfällungen in den angren­zenden Wäldern nötig. Dadurch verschwanden rund sieben Hektar Wald. Nach Angaben des Auto Club Europa gibt es in Deutschland derzeit knapp 400 Autobahnbaustellen. Sie sind insgesamt 1400 Kilometer lang. Insgesamt umfaßt das deut­sche Autobahnnetz rund 12.500 Kilometer.
Quelle: „Blick" vom 15.04.2009
 
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Weltkonzern ThyssenKrupp will Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien industriereif machen
Ingenieure tüfteln in Pleißa
VON GISELA BAUER
Hohenstein-Ernstthal/Pleißa. Noch bietet die schlichte Halle am Ende des Gewerbegebietes Pleißa nichts als viel leere Fläche und ein paar Informationstafeln. Hinter einer wie zufallig in den Raum gestellten Trennwand mutet ein Industrieroboter fehl am Platze an. Doch der erste Eindruck trügt. Die ThyssenKrupp System Engineering GmbH in Hohenstein-Ernstthal hat ganz konkrete und kurzfristige Pläne für die zuvor einem Logistikunternehmen gehörende Immobi­lie in Pleißa. „Hier entsteht ein Technikum für Lithium-Ionen-Energiespeicher. Das heißt, wir entwickeln Anlagen von der Herstellung der einzelnen Zel­len bis zur Montage von Modu­len und ganzen Batterien. Damit streben wir eine führen­de Rolle bei der industriellen Umsetzung dieser Anlagen­technik an", sagt der Hohensteiner Werkleiter Thorsten
Korbs. Bei der innerstädtischen Lage in der Karl-May-Stadt sei flächenmäßig keine Erweite­rung möglich gewesen. Das Technikum wird mit modernsten Entwicklungs- und Versuchseinrichtungen ausge­stattet, darunter ein Trocken­raum, eine Beschichtungsanlage und ein Laserzentrum. Alles, was zur automatischen Ferti­gung der Zellen und Batterien benötigt wird, wie Beschichten, Schneiden, Schweißen, Monta­ge usw., kann hier ausprobiert werden. Dazu kommen die ent­sprechenden Prüfeinrichtun­gen. Komplette Anlagen könn­ten allerdings nicht aufgebaut werden, sagt der Bereichsleiter Batterie, Holger Gritzka. Die seien in der Praxis doppelt so groß wie die Halle. Bereits Ende des Jahres sollen in Pleißa 20 Leute arbeiten. Wissen­schaftliche Unterstützung kom­me u. a. von den Technischen Universitäten Chemnitz und Dresden sowie von Fraunhofer-Instituten.
In zwei bis drei Wochen will ThyssenKrupp Systems Engi­neering einen Kooperations­vertrag mit Bosch zur Planung und zum Aufbau einer Pilotan­lage zur Zellfertigung in Eisen­ach unterschreiben. Dort sol­len Materialien und Ferti­gungsverfahren für künftige Generationen von Lithium-Ionen-Zellen außerhalb des automobilen Bereichs erforscht werden. Das könnte der Durchbruch des Unter­nehmens bei dieser Technolo­gie werden. Lithium-Ionen-Batterien erlangen auf dem Weltmarkt im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuer­baren Energien künftig große Bedeutung als umweltfreundli­che Energiespeicher. Im Ergebnis der Kooperation ist die spätere Industrialisierung für Schiffsanwendungen vor­gesehen. Der erste Auftrag, den die Hohenstein-Ernstthaler realisieren, ist das Thema Modulpack für den Elektro-BMW, der in Leipzig gebaut wird. „Unsere Stärke ist, dass wir aus der Automobilbranche kommen", betont Gritzka. Insgesamt rüstet der Standort Hohenstein-Ernstthal perso­nell weiter auf. "Wir haben sofort nach der Krise einen Nachfrageschub gespürt. Wir suchen gezielt Ingenieure", sagt Korbs. Der sächsische Anlagenbauer ist der einzige ostdeutsche Standort der stark auf den Automobilbereich fokussierten Technologietoch­ter des ThyssenKrupp-Konzerns. Diese beschäftigt welt­weit 3.400 Mitarbeiter und erzielt rund 800 Millionen Euro Umsatz im Jahr.
In Hohenstein-Ernstthal sind es derzeit 260 Beschäftigte und etwa 80 Millionen Umsatz mit steigender Tendenz, wie Korbs sagt. Im Bereich Elektromobilität produziert das Unterneh­men bereits seit mehreren Jah­ren Modul- und Batteriemon­tageanlagen für Automobilher­steller in Deutschland und Frankreich.
Quelle: „Blitzpunkt" vom 01. 10. 2011
ThyssenKrupp im Gewerbepark West
Anlagenbauer eröffnet neues Forschungszentrum in Pleißa
Bis 2020 soll sich auf den deutschen Straßen die Anzahl der Elektrofahrzeuge deutlich erhöhen -Thyssen-Krupp will diese Chance nutzen und seine Produktion erweitern.
HOHENSTEIN-ERNSTTHAL/PLEISSA
- Exakt 270 Menschen arbeiten der­zeit bei der Firma Thyssen-Krupp System Engineering in Hohenstein-Ernstthal sowie im Limbach-Oberfrohnaer Ortsteil Pleißa. Der Anla­genbauer will nun seine Mitarbei­teranzahl erhöhen. Bis zu 20 neue Arbeitskräfte sollen in den kom­menden Monaten eingestellt wer­den. „Wir suchen vor allem Ingeni­eure", sagt Niederlassungsleiter Thorsten Korbs. Grund: Das Unter­nehmen setzt verstärkt auf .den Be­reich Elektromobilität, also mit Strom betriebene Fahrzeuge.
Thyssen-Krupp will Anlagen produzieren, die für die Herstellung
der Batterien gebraucht werden. In den vergangenen zwölf Monaten ist dafür ein Forschungszentrum in Pleißa aufgebaut worden. Eine kon­krete Investitionssumme wollte Korbs nicht nennen. Auch die jährli­chen Umsätze verriet er nicht.
Kerngeschäft bleibe jedoch die Entwicklung und die Produktion von Anlagen für den Rohbau in der Automobilindustrie, sagt Korbs. Der Standort Hohenstein-Ernstthal hat sich insbesondere auf sogenannte Chassis spezialisiert. Dahinter ver­birgt sich die Fahrzeughülle. „Zu un­seren Kunden zählen unter ande­rem BMW, Porsche und Volkswa­gen."
Thorsten Korbs gibt sich zuver­sichtlich. Bei den Batterien handle es sich um einen Wachstumsmarkt. Gerade Hersteller wie Renault bie­ten schon Elektroautos an. Hinzu kommen Hybridfahrzeuge, die so­wohl über einen Verbrennungs- als auch über einen Elektromotor ver­fügen. In beiden Varianten werden zum Speichern von Energie Batte­rien benötigt. Bei den ausschließlich per Elektromotor betriebenen Autos gebe es noch große Herausforderun­gen, sagt Holger Gritzka, der unter anderem im Unternehmen für das Thema Batterien zuständig ist. „Um die 200 Kilogramm sind die Batte­rien noch schwer." In der vergleichs­weise recht geringen Reichweite sieht er kein Problem. Meist würden ohnehin nur kürzere Strecken zu­rückgelegt.
Gibt es eine entsprechende Infra­struktur, kann das Fahrzeug zum Beispiel geladen werden, während der Besitzer bei der Arbeit ist. For­schungsbedarf gebe es vor allem bei den Kontakten. Jede Batterie besitzt mehrere Zellen. Nicht nur sie, son­dern auch die einzelnen Batterien, die letztlich eine große bilden, müs­sen miteinander verbunden werden. „Es ist eine hohe Qualität nötig, ansonsten können sich die Kontakte erwärmen", sagt Gritzka. Dann dro­hen ein Hitzestau und somit auch ein Brand.
Bis zum Jahr 2020 sollen mindes­tens eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unter­wegs sein. Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung. Noch sei Asien je­doch Europa einen großen Schritt voraus, erklärt Standortleiter Thors­ten Korbs. Besonders in Japan laufe vieles automatisiert mithilfe ent­sprechender Anlagen ab. In Ländern wie China sei hingegen bei der Her­stellung von Batterien viel Handar­beit an der Tagesordnung.
Damit die gesteckten Ziele ver­wirklicht werden, sollen zusätzliche Mitarbeiter das Unternehmen vor­anbringen. Erste Fachkräfte wurden bereits gefunden. Anfang Februar verkündete der Hohenstein-Ernstthaler Solar-Maschinenbauer Roth und Rau, dass wegen des schwieri­gen wirtschaftlichen Umfeldes Stel­len abgebaut werden. Einige der ehe­maligen Roth-und-Rau-Mitarbeiter kamen bei Thyssen-Krupp unter. Laut Korbs besitzen sie das nötige Vorwissen, welches nun im Unter­nehmen gebraucht wird.
Quelle: „Freie Presse" vom 01. 08. 2012
Roboterarme in Plei▀a
Verkehrsgünstige Lage, gute Zusammenarbeit
JUBILÄUM: Gewerbegebiet besteht seit mehr als 25 Jahren
Pleißa.
Wenn man von Pleißa aus in Richtung Autobahn fährt, sieht man es schon von weitem links liegen: Das Industriegebiet Pleißa West. Mit einer Größe von 186.000 Quadratmetern erstreckt es sich an den Hängen des Ra­bensteiner Höhenzuges. Laut der Stadtverwaltung sind große Schwerpunktfirmen Thyssen-Krupp System Engineering, Biehler Bike & Wear, MRH Mobile Raumssysteme Hubrig und der Regionalverkehr Erzgebirge. „Das Gebiet ist zu 100 Prozent ausge­lastet, neue Ansiedlungen sind auf Grund der geografischen Lage nicht mehr möglich", gab Presse­sprecherin Frances Mildner be­kannt. Gebaut wurde es bereits 1991 durch einen privaten Inves­tor in Zusammenarbeit mit der damals noch eigenständigen Ge­meinde Pleißa. Die Genehmigung durch den Vorgänger der heutigen Landesdirektion erfolgte im Juli 1991. Seit 1994 ist der Scania-Servicepartner Grebe Scan an der dortigen Eichelbergsstraße ansässig. Die 1991 in Zschopau ge­gründete GmbH, die sich auf Service und Reparatur von Fahrzeu­gen, Aufliegern und Anhängern vorrangig der Marke Scania spezi­alisiert hat, betreut mit ihren Leis­tungen nicht nur das Chemnitzer Umland, sondern auch umliegen­de Kreise bis hin in das Leipziger Land. „Am Industriegebiet Pleißa West schätzen wir die verkehrs­günstige Lage bezüglich des Lkw-und Transitbereichs", gab Steffen Grebe bekannt. „Es liegt zentral zu Chemnitz, gleichzeitig unmit­telbar an der Achse Sachsen-Thüringen."
Der Geschäftsführer der Grebe Scan lobt die gute Zusammenar­beit, die zwischen einer Vielzahl der 16 ansässigen Firmen be­steht. In diesem Zusammenhang erwähnte er beispielsweise auch die „Dieseltreff" Tank- und Wasch- GmbH, die durch ihre fast unmittelbare Lage am Autobahn­zubringer an der Abfahrt Wüsten­brand vielen ein Begriff ist. Außer­dem ist der Treff dafür bekannt, dass täglich frisch für die Gäste gekocht wird. abu
Quelle: „BLICK" vom 24.03.2018
 
Betonpumpenservice von Pleißa aus aktiv
Seit 25 Jahren gibt es die Firma Jumbo Betonpumpenservice im Gewerbegebiet Pleißa West. Der erste Betriebssitz befand sich in Chemnitz auf dem Gelände des Gesellschafters ROBA und 1993 erfolgte der Umzug an den Standort im neuen Gewerbegebiet direkt an der Autobahn 4. Dort war der Betonpumpenservice als Einzelun­ternehmen tätig und 2008 ging Gründer Herbert Götz in Ruhestand und verkaufte die Firma an die Baustoffgruppe Schwenk. Heute beschäftigt das in Pleißa ansässige Unternehmen 23 Mitarbeiter und vermietet Betonpumpen inklusive Bedienpersonal für den Großraum zwischen Cottbus und Zwickau. Dabei arbeitet der Betonpumpen­service eng mit etwa 25 Mischwerken zusammen, die wiederum den Beton an die Bauunternehmen liefern. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Baustoff beim Bau eines Einfamilienhauses oder von Autobahnbrücken und Fundamenten für Windkrafträder zum Einsatz kommt. Für die Logistik stehen insgesamt 21 Spezialfahrzeuge zur Verfügung, von denen ein Großteil in Pleißa stationiert ist, Ge­schäftsführer Frank Hutschenreuter ist froh, dass erst kürzlich zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden konnten. Für einen übernimmt die Firma sogar die Kosten für den LKW-Führerschein. „Unseren Beruf gibt es eigentlich nicht, aber handwerkliches Können und ein LKW-Führerschein sind Voraussetzung", betonte er. Quelle: „Stadtspiegel" vom 12.04.2018
 
Ermittlungen wegen Lkw-Diebstählen eingestellt
Die Kriminellen, die zwei­mal in Pleißa auf Beutezug gewesen sind, wurden nicht gefunden. Die be­troffene Firma hat derweil auf die Vorfälle reagiert.
-VON JOHANNES PÖHLANDT-
PLEißA - In diesem Jahr hat es bei der Firma Jumbo Betonpumpenser­vice in Pleißa noch keinen Einbruch gegeben. Was selbstverständlich klingt, ist es in diesem Fall nicht. Denn 2016 und 2017 war es auf dem Gelände des Unternehmens im Ge­werbegebiet Pleißa-West zu Dieb­stählen mit einem hohen Schaden gekommen. Jeweils im Frühjahr ver­schafften sich Diebe Zugang zum Areal und nahmen je einen Lastwa­gen samt Betonpumpen-Aufbau mit. Wert der verschwundenen Fahrzeuge: beim ersten Mal 350.000 Euro, beim zweiten Beute­zug 270.000 Euro.
Zur Rechenschaft gezogen wer­den die Diebe nicht. Denn sie blei­ben unbekannt. Wie die Staatsan­waltschaft Zwickau auf Anfrage mitteilt, konnten keine Verdächti­gen ermittelt werden. Die Verfahren wurden daher eingestellt. Bereits zu­vor hatte die Polizei mitgeteilt, dass keine Hinweise zu den Tätern einge­gangen waren. Überraschend ist das
nicht: Im Gewerbegebiet gibt es kei­ne Anwohner, die A4 ist nur etwa einen Kilometer entfernt.
Auch er habe nicht damit gerech­net, dass die Diebe ermittelt werden, sagt Bernd Haase. Der Disponent der Betonpumpenfirma vermutet die Verantwortlichen der Diebstähle in Osteuropa. Die Fahrzeuge seien in Deutschland kaum zu verkaufen, er­klärt er. Haase berichtet, dass das Un­ternehmen auf die Vorfälle reagiert hat. Erstens wurden Videokameras installiert. Zweitens wurde das ge­samte Gelände umzäunt. Und drit­tens seien in alle Fahrzeuge Siche­rungssysteme eingebaut worden.
„Es müsste schon mit dem Teufel zu­gehen, wenn jetzt noch etwas pas­siert", sagt der Disponent. Die Diebe hatten jeweils das Tor zum Firmen­gelände gewaltsam geöffnet und wa­ren in einem Fall auch in die Werk­statt eingebrochen. Glück im Un­glück: Eine Versicherung hat nach Haases Angaben der Firma jeweils den Schaden ersetzt.
Betonpumpen dienen dazu, den Baustoff an schwer zugängliche Or­te zu transportieren. Dank eines aus­fahrbaren und schwenkbaren Masts können auch hohe Gebäude er­reicht oder unwegbares Gelände überbrückt werden.
Quelle: „Freie Presse vom 16.06.2018
 
Betonpumpen-Firma investiert Millionen in neue Fahrzeuge
Das Unternehmen aus Pleißa wächst wegen der guten Auftragslage, Die Mitarbeiter fahren von Baustelle zu Baustelle. Nicht nur an einer markanten Autobahn­brücke haben sie Spuren hinterlassen. -VON JOHANNES PÖHLANDT-
PLElßA - Die Brücke bei Röhrsdorf zählt zu den markantesten Bauwer­ken der A 72. Wer auf dem Beifahrer­sitz oder auf der Rückbank eines Au­tos Platz genommen hat und sich nicht auf den Verkehr konzentrie­ren muss, kann beim Befahren des Bauwerks wegen der Glaswände an beiden Seiten den Blick schweifen lassen. Man erkennt nicht nur den lang gezogenen Chemnitzer Orts­teil, sondern auch das Umspann­werk von beeindruckender Größe. Beim Bau der 300 Meter langen Brü­cke über das Pleißenbachtal. Mitte der 2000er-Jahre hatte eine Firma einen wichtigen Anteil, die im Ge­werbegebiet Pleißa-West zu Hause ist: Jumbo Betonpumpen.
Das Unternehmen hinterlässt an vielen Bauwerken in Sachsen, im Süden Brandenburgs sowie im Osten Thüringens Spuren - egal ob es sich um Brücken, Gebäude oder Fundamente für Windkraftanlagen oder Schwimmbecken handelt. Auch wenn alte Bergwerksschächte verfüllt werden sollen, werden Be­tonpumpen-Fahrzeuge benötigt. Sie kommen dort zum Einsatz, wo der Baustoff an schwer zugängliche Or­te gebracht werden muss. Betonmi­scher fahren von hinten an die Las­ter heran und laden den Beton ab. Dieser wird dann mithilfe eines Pumpenaggregats durch einen Mast gepresst. Da dieser ausfahrbar und schwenkbar ist, können auch hohe Gebäude erreicht oder unwegsames Gelände überbrückt werden. Bis zu 54 Meter sind die Masten auf den Fahrzeugen der Pleißaer Firma lang. „Mit zusätzlichen Schläuchen kön­nen wir Beton über eine Strecke von 300 Meter pumpen", erklärt der Technische Leiter Bernd Haase.
Gerade hat das Unternehmen et­wa eine Million Euro in vier neue Lastwagen samt Pumpenaufbau in­vestiert. Im Gegenzug wurden drei ältere Fahrzeuge verkauft. Die 24 Lkw im Fuhrpark sind nicht nur in Pleißa, sondern auch in Zweigstel­len in Dresden und Cottbus statio­niert. Dass die technische Ausrüs­tung einen hohen Wert hat, ist auch Kriminellen nicht entgangen. Zwei­mal, 2016 und 2017, brachen Unbe­kannte ins Firmengelände an der Ei­chelbergstraße ein und stahlen je­weils ein Betonpumpen-Fahrzeug. Beim ersten Mal betrug der Schaden 350.000 Euro, der zweite Lastwagen war 270.000 Euro wert. Die Polizei konnte die Täter nicht finden und hat die Verfahren inzwischen einge­stellt. Das Unternehmen hat re­agiert: Das Gelände wurde komplett umzäunt, zudem wurden Videoka­meras installiert. „Seit wir wegen der Einbrüche technisch aufgerüstet ha­ben, ist nichts mehr passiert", stellt Haase fest.
Mit den Investitionen ins Gelän­de im Gewerbegebiet macht das Un­ternehmen klar, dass der Standort nicht zur Disposition steht. Haase verweist auf die hervorragende An­bindung an die A4 und A72. Zurn Firmenareal gehört auch eine Recyc­linganlage, damit die Betonreste, die beim Reinigen der Masten und Schläuche anfallen, fachgerecht ent­sorgt werden können.
Die Auftragslage kann sich nach Haases Angaben sehen lassen - die gute Konjunktur im Baugewerbe macht sich bemerkbar. Er versuche, Aufträge in nah beieinanderliegen-den Orten zu bündeln, um alles ab­arbeiten zu können, erklärt der 63:lährige, der im Erzgebirge zu Hause ist. In der Regel reichen einige Stunden aus, um den Beton an die gewünschte Stelle zu liefern. Nur in Ausnahmefällen müssen die Be­schäftigen des Betonpumpendiens­tes in zwei Schichten arbeiten, sagt Haase. Aber auch so sind die 24 Mit­arbeiter ausgelastet. Deshalb wur­den in diesem Jahr bereits zwei Be­schäftigte eingestellt. Aber die Firma will noch weiter wachsen.
Ein Vorteil gegenüber anderen Branchen, die vom Fachkräfteman­gel geplagt sind: Die Bedienung von Betonpumpen ist kein Lehrberuf. „Auch als Ungelernter kann man sich schnell einarbeiten", berichtet Haase. Man brauche nur einen Lkw-Führerschein und müsse körperlich kräftig sein. „Schlauchteile zusam­menzusetzen, nachher wieder ausei­nanderzubauen und zum Schluss zu reinigen, ist anstrengend", stellt der Technische Leiter fest, der selbst den Beruf des Autoschlossers erlernt hat. Außerdem gehe es auf den Baustel­len meist dreckig und laut zu. Diese Anforderungen an die Tätigkeit könnten ein Grund sein, warum Männer bei Jumbo Betonpumpen bislang unter sich sind. Falls sich eine Frau um einen Job bewirbt, hät­te die aber gute Chancen, betont Bernd Haase. „Es hat sich bislang aber nicht ergeben."
Quelle: „Freie Presse" vom 25.09.2018
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