Bürgerversammlung in Pleißa ( 2019 )
Anfang Januar hatte der Oberbürgermeister gemeinsam mit Vertre­tern der Verwaltung zur Bürgerversammlung nach Pleißa eingeladen. Dort informierte er Interessierte über das aktuelle Stadtgeschehen, blickte aber auch kurz zurück auf das Vorjahr und gab ebenfalls einen Überblick, was in den nächsten Jahren geplant ist. Bereits fertig gestellt sind die Außenanlagen der Pleißaer Grund­schule. Das Stadtoberhaupt freute sich, dass nach langem Prozedere die Schüler und Hortkinder nun einen ansprechenden und zeitge­mäßen Außenbereich vorfinden. Die Fassade ist auch fast fertig, was dem glücklichen Umstand geschuldet ist, dass die Stadtver­waltung eine unerwartete Fördermittelzusage erhalten hat. Denn nur dadurch konnten die Projekte Außenbereich und Fassade parallel gestemmt werden. Noch offen sind dann lediglich die Erneuerung der Heizungsanlage und eine Sportanlage im Außenbereich. Erstere soll 2019 geplant werden und kostet voraussichtlich rund 400.000 Euro. Für die Sportanlage werden Haushaltsmittel im neuen Doppel­haushalt angemeldet. Sie wird voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021 realisiert.
Gleich nebenan laufen die Bauarbeiten an der Turnhalle und der Kurzen Straße nach Plan. In der Kurzen Straße wurde ein neuer Entwässerungskanal errichtet und gleichzeitig eine neue Strom- und Wasserleitung verlegt. Diese Maßnahmen sind baulich fertig gestellt. Sobald es die Witterung zulässt, wird die Asphaltdecke eingebracht. Auch zur Hochwasserschadensbeseitigung erklärte der Oberbür­germeister den Sachstand: „Derzeit sind 38 von insgesamt 43 Maßnahmen abgeschlossen. Am Rehbach soll ein neues Regen-Rückhaltbecken errichtet werden, das ein wichtiger Baustein im Hochwasserschutz ist. Auch für das Bauvorhaben Zum Lindenhof haben wir mit den Anliegern eine einvernehmliche Lösung finden können." Der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Michael Claus, berichtete weiterhin, dass im Vorfeld der Erstellung des Hochwasserrisikomanagementplans zahlreiche Abstimmungen mit Privatpersonen und Behörden erforderlich waren. Dadurch konnte dieser umfassende Plan zum Hochwasserschutz erstellt werden, der nun seit einigen Jahren sukzessive umgesetzt wird. Durch all die baulichen Maßnahmen, die in den letzten Jahren gelaufen sind und zum Teil auch noch angegangen werden müssen, ist die Ortslage besser vor Hochwasser geschützt. Ein vollumfänglicher Schutz ist leider nicht möglich, aber die Gefahr bei einem „normalen" Hoch­wasser sei bestmöglich gebannt. Auch aus dem Gewerbegebiet Süd gab es Neues zu berichten: 22.000 Quadratmeter wurden zwischen dem zweiten und dritten Bauabschnitt bereits erschlossen. Im vierten Bauabschnitt sollen weiterhin rund 13 Hektar als Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden.
Als Ortsvorsteher Michael Nessmann das Wort ergriff, blickte er zuerst zurück auf die letzten 20 Jahre. Denn genau so lange ist es mittlerweile her, dass Pleißa eingemeindet wurde. Er erinnert sich an massive Widerstände, die damals geleistet wurden, weil viele eine gewisse Angst vor dem, was dann wohl kommen möge, hatten. Nach besagten 20 Jahren kann der Ortsvorsteher nun aber auf eine Zeit zurückblicken, in der sich viele Chancen für den Ortsteil geboten haben. Dazu zählte er unter anderem die zahlreichen Baumaßnah­men, wie die Sanierung der Pleißenbachstraße oder der Schule, auf. Aber auch die Gründung des Heimat und des Feuerwehrfördervereins waren Resultate der Eingemeindung. „Wir haben ein sehr reges Dorfleben, wofür ich allen, die sich engagieren, sehr dankbar bin. Nun liegt es an uns, das Aufgebaute an die nächste Generation weiterzugeben", bückt er erwartungsvoll in die Zukunft und betont, dass Pleißa „auf dem richtigen Weg" sei. Für das aktuelle Jahr gab es auch gleich noch eine „Planänderung" zu vermelden: Das Dorffest wird in diesem Jahr voraussichtlich erst im September stattfinden. . Das ist den Bauarbeiten an der Turnhalle geschuldet, da dadurch der Festplatz nicht genutzt werden kann.
Die drei „größten Punkte" hatte sich der Oberbürgermeister bis zuletzt aufgehoben. Zum einen handelte es sich dabei um den Feldsteig. Mittlerweile wurde durch eine Eigenfinanzierung der Stadt die Planung beauftragt und Fördermittel beantragt. Da die Förderanträge bei der zuständigen Stelle zeitlich nur sehr verzögert bearbeitet werden, ist mit einer Zusage vor dem Jahr 2020 nicht zu rechnen. Aus Eigenmitteln kann die Stadt diese Baumaßnahme je­doch nicht stemmen. Neben dem grundhaften Ausbau der Straße soll ein Wendehammer entstehen und der Durchlass erweitert werden. Der zweite Punkt war der Breitbandausbau. Der Supervectoring-Ausbau der Telekom im Großteil des Stadtgebiets wird plangemäß umgesetzt. Mit der Fertigstellung und Freischaltung ist im zweiten Quartal dieses Jahres zu rechnen. Für den Ausbau der Restflächen hatte die Verwaltung Fördermittel beantragt und die Leistungen ausgeschrieben. Geplant war hier der Glasfaserausbau bis zu den entsprechenden Häusern. Allerdings gingen, wie auch in anderen Gemeinden im Landkreis Zwickau, keine Angebote ein. Aus diesem Grund gibt es Bestrebungen, den Ausbau der „weißen Flecken" und die Digitalisierung der Schulen zentral über den Landkreis zu beantragen. „Erste Gespräche mit dem Landkreis sind gelaufen. Die Stadt hat bereits begonnen, die Verkabelung der Schulgebäude zu planen und umzusetzen", erläutert Dr. Vogel. Das dritte große Thema drehte sich um die Schülerzahlen der kommenden Jahre. Im nächsten Schuljahr wird die Kapazität der Goetheschule für die angemeldeten Schüler nicht mehr ausreichen. Daher möchte die Stadtverwaltung die Schulbezirke im nächsten Jahr neu strukturieren, denn unter anderem in der Pleißaer Grundschule gäbe es noch freie Plätze. Diesem Vorhaben muss der Stadtrat aber erst noch zustimmen. Demnach werden in Pleißa in zwei Einschulungsjahrgängen zwei erste Klassen gebildet. Ein langfristiger Aufbau der Kapazitäten ist jedoch nicht sinnvoll, da die Schülerzahlen nur in den nächsten, wenigen Jahrgängen so hoch sein werden. Im Anschluss nutzten die Anwesenden wieder die Möglichkeit, Fragen und Hinweise an die Verwaltung zu richten. Unter anderem ging es dabei um den Breitbandausbau, Hochwasserschutz und Baumaßnahmen, die Weiternutzung alter Gebäude, Fahrradwege und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer an der Straße Zum Kapellenberg. Auch Geschwindigkeitsüberschreitungen und Gefah­renstellen sorgten für Gesprächsstoff. Zur Nachfrage, ob die geplante Stromtrasse der Firma 50 Hertz durch die bekannt gewordene Plan­änderung nun durch Pleißa verlaufen werde, konnte Michael Claus nur bedingt Auskunft geben: „Bei den momentanen Abstimmungen, die laufen, geht der Trend in diese Richtung. Allerdings sollen die Leitungen in diesem Fall in den Zwischenräumen der bisherigen Trasse verlaufen. Die Abstimmungen sind jedoch noch lange nicht am Ende. Wir als Stadt haben uns klar gegen diese Variante posi­tioniert. Welche Entscheidung letztlich getroffen wird, können wir alle nur abwarten."
Quelle: Stadtspiegel" vom 31.01.2019
zurück
weiter
Pleissa wie es ist
© GeMo 2002 -2019